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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

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K  v  i  e  n  1  *

XO.  <xXX  £t  rt  piv  Sri  Sdp.a.rig  7’  iyju  pupsg,
zdg  aag  ctxoöcov  o\>  ptever  roidaS'  dpdg.
01.  CjJ  pW}  £(771  OpöiVTl  TGCpßog,  OllS'  SKOg  (poßd.
Da  der  Chor  294  f.  vom  Mörder  spricht  und  ebenso  Oidipus
V.  296,  so  vermuthet  man  im  V.  293  töv  de  dptSvr’  ovSdg  dpa.  Dass
im  Y.  294,  293,  296  vom  Mörder  die  Rede  ist,  kann  nicht  bezweifelt ­
  werden.  Classen  nimmt  zwar  im  Einklänge  mit  seiner  Auffassung ­
  von  236  ff.  an,  dass  auch  V.  294,  295,  296  vom  Hehler
zu  verstehen  ist,  und  es  wäre  zur  Noth  möglich,  diese  drei  Verse
in  diesem  Sinne  zu  deuten,  wenn  nur  nicht  V.  297  all’  oüleX^&ov
aurov  sauv  darauf  folgte;  denn  diese  Worte  können  nimmermehr  auf
die  Entdeckung  des  Hehlers,  sondern  nur  auf  die  des  Thäters
sich  beziehen.
Nichtsdestoweniger  halte  ich  tdovra  für  echt  und  glaube,  dass
jene  Kritiker,  welche  dpcövra  für  die  richtige  Leseart  halten,  eine
scheinbare  Unzukömmlichkeit  beseitigen  wollen  und  eine  wirkliche ­
  an  die  Stelle  derselben  setzen.  Dass  die  Unzukömmlichkeit
nur  eine  scheinbare  ist,  ergibt  sich  aus  der  Betrachtung  des  Gedankenzusammenhanges, ­
  bei  welcher  als  ein  wichtiges  Moment  der
vom  Dichter  beabsichtigte  Gegensatz  zwischen  iliySr,  und  röv  S'
t'öovr’  beachtet  werden  muss.  Nach  der  Erwähnung  des  Gerüchtes
(■3-avefv  Trpög  rtvcov  dootaröptnv)  sagt  Oidipus:  „Auch  ich  habe  es  gehört; ­
  doch  was  nützt  das  Gerücht,  wenn  wir  keinen  Augenzeugen ­
  haben,  der  die  Mörder  gesehen  hat  und  sie  bezeichnen
könnte“ 1 ).  Dass  der  Chor  darauf  von  dem  Mörder  sagt  „er  wird
sich  stellen“,  widerspricht  nicht  dem  vorausgehenden,  sondern  steht
damit  in  gutem  Zusammenhänge.  Da  nämlich  Oidipus  hervorhebt,
man  habe  keinen  Augenzeugen,  der  zur  Entdeckung  des  Mörders  verhelfen ­
  könnte,  so  tröstet  der  Chor  den  König  mit  der  Äusserung,
der  Mörder  werde  aus  Furcht  sich  selbst  angeben.  Oidipus  bezeichnet ­
  diese  Hoffnung  als  eine  nicht  sonderlich  verlässliche,  worauf  der
Chor  bemerkt,  in  Ermanglung  eines  Augenzeugen,  in  Ermanglung
einer  Selbstanzeige  des  Mörders  sei  noch  ein  Mittel  zur  Entdeckung
vorhanden,  die  Sehergabe  des  Teiresias.

Unrichtig  Classen  S.  16  **;  dagegen  Ribbeck  S.  19.
            
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