106
K v i c a 1 a
Diese glänzende Eraendation (denn dass es eine wirklich«
Emendation ist, halte ich für unzweifelhaft) hat M. Schmidt (Philol.
XVII, 412) vorgeschlagen und später nochmals (Ztschft. f. d. öst.
Gymn. XV, 9 f.) empfohlen. — Bekanntlich wird r6 und tol mit dem
Genitiv zuweilen so gebraucht, dass es fast dem Nominativ des betreffenden
Substantivs gleichkommt, gerade so wie rö öpöv, rö v^ps-Tspöv
zuweilen dem £yä), v7pEt? ziemlich gleichkommt, wenn auch
das Neutrum eigentlich das Betragen, die Verhältnisse u. dgl. bezeichnet.
Vgl. die sophokleischen Stellen, die Ellendt (lex. Soph. II,
p. 226 s. v. 6) anführt. Wie nahe sich rö ncddojv oder rä ncrfdujv
mit naldzg berühren kann, dafür bietet einen lehrreichen Beleg Plat.
Rep. 8, 563 C: rö p.iv yccp rüv Srip'iuv rcöv und rolg ccvSpünoig ogm
ilevSeputTepa. ianv ivnxüSa v ev äAAip, oöx äv rt? nziSoiro änzipog.
Ein Bedenken scheint aber noch gegen xat vö>v obzuwalten.
Warum hat der Scholiast dies vcpv nicht beibehalten, sondern vielmehr
rj[xüv und i7puv gesagt? Aber der Scholiast nahm, glaube ich,
vüv in der Bedeutung von v7p.1v. Unter den zahlreichen Vertauschungen,
die bei den persönlichen und possessiven Pronominen in der
späteren Gräcität vorkamen, findet sich nämlich auch die, dass vönv
für v7p.1v gebraucht wurde. Bei Quintus Smyrnaeus liest man dies
z. B.:
1, 211 ff. xat rig (sc. ’Ap7stcov) dp’ dypopivoiGiv enog non rolov
ezinzv.
Ti? §v Tpfoag äyzipz pzS' "Exropa SipiutSzvra.,
ovg ipccpzv oöx zn vcöiv unavndaziv p.zpaöjTag;
1, 369 viöiv (sc. TpwsutJi) xaxa jroAAä <pzpovrzg
Der Scholiast nahm vwv für vp.Lv, und dies sein vp.div und vpXv
ist kein wirklicher Plural, der sich auf Laios und Oidipus zugleich
bezöge, sondern er meint unter vp.iv und vpüv, wie seine Erklärung
zeigt, nur den Oidipus. Aus diesem Grunde behielt er vüv nicht
bei, sondern setzte v$pcöv und vp.lv, weil diese Formen für ipoO und
£p.ot ihm geläufig waren.
V. 287.
dAA’ oöx £v äpyolg oödi tovt’ inpa.la.ptjv.
Man glaubt, kv dpyolg habe die adverbiale Geltung. So schon
Schob rec.: „tö ovopa. dvri snLppvp.ccTog • oöx dpytjjg“. Schneidewin