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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

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K  v  i  c  a  I  a

ihn  Heimsoeth  geschrieben  wissen  will,  dasjenige,  was  er  mit  roöpyov
  noir,aavrcf.  erklärt?  Nirgends;  und  es  kann  auch  nicht  ergänzt
werden,  da  die  Fassung  der  Verse  224  f.
Sara;  t:o3’  vjxöjv  Aduov  röv  Aaßödxou
xäroiosv  dvSpdg  Ix  rivog  diülero
eine  solche  Ergänzung  nicht  zulässt;  und  ot'&x  riva  äXkng'  yzpög
an  und  für  sich  (ohne  n-otf/tfavra)  ist  gewiss  unmöglich.
Bei  reiflicher  Erwägung  aller  Momente  finde  ich,  dass  die  wahrscheinliche ­
  Emendation  die  Vermuthung  Hermann's  ist
ei  d’  aö  ng  äÄAov  oidsv  r>  ’f  äAAv?  J  j(3ovöj
röv  cxvröy_Eipa,  p.rj  aicündrixj,
obzwar  Hermann  selbst  später  diese  Conjectur  aufgab.  Im  ersten
Theile  seines  Gebotes  fordert  Oidipus  den  Mörder  auf,  sich  selbst  zu
nennen;  im  zweiten  Theile  verlangt  er,  jeder,  der,  ohne  selbst  der
Mörder  zu  sein,  den  Thäter  kennt,  solle  ihn  angeben.  Unter  ccAAov
ist  zunächst  „ein  anderer  Thebaner“  gemeint.  Sowie  Oidipus  223
sagt:
Op.iv  Tipoipcovcö  nöiGi  KaSpiEioig  rdoE
und  V.  224  öptöv,  sowie  226  roürov  auf  die  Thebaner  sich  bezieht,
so  ist  auch  das  Suhject  von  ipaßsTrai  (227)  „ein  Thebaner“;  demnach ­
  ist  es  natürlich,  dass  auch  230  sowohl  rig  als  äAAov  auf  die
Bürger  Theben’s  zu  beziehen  ist.  Nun  fällt  aber  dem  Oidipus  ein,
dass  der  Mörder  auch  aus  fremdem  Lande  herstammen  könne^  da  er
114  f.  erfuhr,  Laios  sei  in  der  Fremde  erschlagen  worden.  Allerdings
hat  Apollon  97  gesagt  ci>g  rs3-pap.p.EVOv  )(3ovi  iv  rrtos  und  100  dvöpvjAaroüvra?:
  aber  der  Mörder  konnte  ein  Fremder  sein  und  jetzt  in
Theben  leben.  Es  passt  aber  diese  Vermuthung,  wie  Schneidewdn
darauf  aufmerksam  gemacht  hat,  auf  Oidipus  selbst;  und  gerade  in
dieser  bedeutungsvollen  Beziehung  auf  Oidipus  liegt  der  Beweis  für
die  Richtigkeit  der  Worte  r,  ’£  dcAAv;?  ySovog.
Wenn  Heimsoeth  (S.  282)  sagt  „nach  äAAov  konnte  ein  röv
(xOrbyzipa.  überhaupt  nicht  mehr  folgen,  sondern  nur  noch  ein  aöröyeipei“,
  so  ist  dies  offenbar  eine  nicht  gut  erwogene  Behauptung.
"AAAov  ist  nicht  mit  röv  aOriyiipa.  eng  zu  verbinden,  sondern  der
Sinn  ist  „wenn  aber  jemand  weiss,  dass  der  (gesuchte)  Mörder  ein
anderer  ist  (ö'vra  kann  ergänzt  werden),  oder  aus  einem  anderen
Lande,  so  schweige  er  nicht“.
            
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