Pie früheren Wanderjahre des Conrad Celles.
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Die Dichterkronung.
In seinem Vaterlande erwartete Celtes eine ungewöhnliche
Auszeichnung. Der Kurfürst Friedrich von Sachsen hatte sich schon
früher als einen besonderen Gönner des Dichters erwiesen. Er wie
sein Bruder Ernst Erzbischof von Magdeburg waren Freunde der
humanistischen Richtung. Der Italiener Fridianus Pighinuccius,
welcher mit Celtes in lebhaftem Briefwechsel stand und denselben
sehr schätzte, war in Diensten des Erzbischofs von Magdeburg.
Durch den italienischen Humanisten vorzüglich mag der Kurfürst von
Sachsen angeregt worden sein, dass er sich beim Kaiser Friedrich
III. dahin verwandte, dass der aus Italien heimgekehrte deutsche
Poet mit dem Dichterlorbeer gekrönt wurde !)•
Celtes war als platonischer Philosoph und als ausgezeichneter
lateinischer Dichter in kurzer Zeit überall in Deutschland bekannt
geworden. Die Bedeutung des Mannes war auch dem Kaiser nicht
entgangen. Er war daher gern bereit, dem Wunsche des sächsischen
Kurfürsten zu entsprechen und den deutschen Humanisten, der durch
eine Anzahl lateinischer Gedichte Beweise von seiner ungewöhnlichen
poetischen Begabung gegeben hatte, in besonderer Weise auszuzeichnen.
Dieses konnte in doppelter Weise geschehen, einmal,
dass er ihn zum Dichter krönte, dann, dass er ihn mit dem philosophischen
Doctorhute beschenkte. Mit solchen Ehren hatte der
Kaiser bereits Italiener ausgezeichnet 3 ); einem Deutschen war aber
1) In der an den sächsischen Kurfürsten Friedrich gerichteten Praefatio zu den von
Celtes herausgegebenen Roswitha’schen Werken sagt der Dichter, dass ihm ductu
et monitu dieses Kurfürsten der Kaiser den Dichter-Lorbeer ertheilt habe. Damit
stimmt auch die Yila Celtis überein: Friderici Saxoniae ducis — suasu et monitu
coronam poeticam a Caesare meruit.
2 ) lm Jahre 1442 hatte K. Friedrich III. den Italiener Aeneas Sylvius nicht nur zum
Dichter gekrönt, sondern auch zum Magister creirt. Es heisst in dem darüber ausgefertigten
Diplom (bei Chmel Regest. Frideric. IV. Imp. Vol. I. Anh. XXIX):
Aeneam Sylvium — magistmm, poetam et historicum eximium declarantes praeclari
magisterii nomine auctoritate Romana regia insignimus ac manihus propriis
perornamus, his semper viridibus Iauri ramis et foliis solenniter decorantes etc.
Am 10. Aug. 1487 gab derselbe Kaiser in Nürnberg dem Michael Foresing aus
Savoyen den Doctorhut in den freien Künsten und liess darüber ein Diplom ausfertigen.
(Chmel a. a. 0. Vol. II. p. 743. nr. 8142.)