Die früheren Wandeijahre des Conrad Celtes.
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nicht unbesucht <), wo er nicht nur wie in andern Städten Italiens
nach Handschriften und Büchern sich umsah, sondern auch Coccius
oder wie er gewöhnlich genannt wird, Marcus Antonius
Sabellicus, einen ausgezeichneten Redner und Historikera), und
den gelehrten Herausgeber und Drucker classischer Werke, den
Aldus Manutius, kennen lernte. Die Freundschaft, die er mit
dem Letztem schloss, wurde durch späteren Briefwechsel 8 ) unterhalten.
Wenn Celtes auch den Nutzen nicht verkannte, welchen eine
Reise über die Alpen und der Verkehr mit italienischen Gelehrten für
einen deutschen Humanisten, bezüglich seiner Ausbildung hatte, so
waren die Eindrücke, welche Land und Leute auf ihn gemacht, doch
keineswegs der Art, dass er sie in angenehmer Erinnerung behielt.
Es scheint der deutsche Gelehrte , dem man in seinem Vaterland an
allen Orten wie einer ungewöhnlichen Erscheinung im Gebiete der
classischen Wissenschaften mit aller Aufmerksamkeit und grossen
*) Die in der VitaCelt. angegebene Reiserichtung: ist offenbar ungenau: Ad ltaliam profectus,
Paduae Calphurnium et Creticum, Ferrariae Guarinum , Bononiae Philippum
Beroaldum, Florentiae Ficinum, Yenetis Sabellicum, Romae Pomponium Laetum
audivit. Nach des Celtes eigner Mittheilung Odar. lib. I. od. 14 lässt sich ersehen,
in welcher Folge die Städte von ihm besucht wurden.
Romuli quondam revocatus urbe
Montis Hetrusci juga nubilosa
Scando, dein Rhenum tenuem, Padumque ad
Terga reliqui.
Hinc sinum vastum citus Adrianum
Lintribus curvis adeo, Istriorum
Urbs ubi tollit Yenetas per undas
Inelyta muros.
2 ) Sabellicus lebte früher in Rom in der Umgebung des Pomponius Laetus, kam sodann
nach Venedig, wo er die freien Künste lehrte, Geschichte schrieb, Plinius
Suetonius und Lucanus commentirte und auch Reden und Gedichte verfasste. Longinus,
der ihn im J. 1499 besuchte, erhebt ihn in seinem erwähnten Briefe an Celtes
sehr. Trithem. scr. eccl. n. 901 nennt seine Schriften, so weit er sie bis zum
J. 1494 kennen gelernt.
8 ) Die von Aldus Manutius an Celtes gerichteten drei Briefe aus den Jahren 1498,
1501 und 1503 kommen im Codex epistolaris des Celtes vor. Endlicher hat sie an
Renouard mitgetheilt, der sie in seiner zweiten Ausgabe derAnnales de l’imprimerie
des Aldins, III. p. 271 — 276 hat abdrucken lassen. Longinus in dem erwähnten
ungedruckten Brief an Celtes berichtet von seinem Besuche bei Aldus Manutius
und der freundlichen Aufnahme, die er bei demselben gefunden.