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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Die  früheren  Wanderjahre  des  Conrad  Celtes.

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Wenn  Conrad  Eeltes  auch  aus  einer  Familie,  welche  dem
Bauernstände  angehörte,  entspross,  so  fehlten  ihm  doch  nicht  angesehene ­
  Verwandte,  die  durch  Bildung  und  Lebensstellung  zu  den
höheren  Kreisen  sich  erhöhen  hatten  <).  Der  Würzburger  Gregor  von
Heimburg,  der  berühmte  Rechtsgelehrte  und  Syndicus  der  Stadt
Nürnberg,  welcher  so  mutliig  den  Kampf  gegen  die  römische  Curie
vom  deutschpolitischen  Standpunkte  aus  geführt  hat,  war  ein
Verwandter  des  Celtes  von  mütterlicher  Seite.  Dieser  rühmte  sich
auch  der  ehrenvollen  Verwandtschaft  und  gedachte  ihrer  später  in
einem  seiner  Epigramme.  Als  Gregor  starb,  hatte  Conrad  Celtes  sein
dreizehntes  Lebensjahr  erreicht 2 ).  Es  ist  nicht  unwahrscheinlich,
<lass  diese  Verwandtschaft  einen  gewissen  Einfluss  auf  das  geistige
Streben  des  Celles  ausgeübt  hat.
Den  ersten  Unterricht  in  der  lateinischen  Sprache  erhielt  er
von  seinem  älteren  Bruder,  einem  Geistlichen,  der  wahrscheinlich
dem  Benedictiner  Orden  angehörte 3 ).  Von  ihm  mag  er  auch  zuerst
die  Liebe  zur  Dichtkunst,  zu  den  elassischen  Studien  und  zur  Musik
eingeflösst  bekommen  haben 4 ).  Der  Vater  war  aber  mit  dieser

*)  Daher  konnte  in  der  Vita  des  Celtes  gesagt  werden:  Conradus  Celtis  —  Familia
honesta  et  apud  primores  Franciae  honorata  —  natus  fuit.
2 )  Celtes  in  Odar.  üb.  II.  od.  VI  erwähnt  des  Gregor;  er  nennt  ihn  aber  Georg:
Sint  qui  jura  ferant  et  pulchris  legibus  urbes
Reges  cum  ducibusque  gubernent.
Inter  quos  fueras  primus,  Heimburge  Georgt,
Cor/nato  mihi  sanf/uine  junctus.
In  den  Epigrammat.  Üb.  IV.  n.  89  setzt  er  ihm  ein  Epithaphium:
Hic  jaceo  Heimburgus,  patriae  qui  primus  in  oras
Invexi  leges,  Caesareosque  libros.
Romanae  praesul  me  condemnaverat  urbis:
Consilium  dixi,  quod  sibi  majus  erat.
s )  Vita  Celtis  :  A  Germano  suo  Druide  ütteraruin  rudimenta  —  perdidicit.
4 )  Celt.  amor.  Iib.  I.  eleg..  12.  an  seine  Geliebte  Hasilina:  Erinnerungen  an  die
Heimath  und  die  Jugendstudien:
Elysios  credas  campos  et  amoena  piorum
Hic  loca,  quae  Cererem  vinaque  blanda  creant:
Intonsique  greges  passim  per  prata  vagantur.
Et  nemora  alitum  vocibus  alta  sonant.
Hic  ine  non  lento  Phoebus  dilexit  amore,
Hic  dedit  et  resonis  plectro  movere  jugis.
Sitzd.  b.  pliil.-hist.  CI.  LX.  Bd.,  I.Heft.

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