08
P f i z m a i e r
Tschin-thai war Anführer der Leibwächter der Mitte für die
Hiung-nu's. Unter den vornehmen Männern der Mutterstadt und
der übrigen Städte waren viele, welche wunderbare Kostbarkeiten
und Waaren besassen. Sie erkauften sich dafür Sclaven und Sclavinnen.
Thai bängte alles an die Wand. Als er vorgeladen und zum
obersten Buchführer ernannt wurde, gab er es vollständig zurück ‘).
Sse-si wurde Statthalter von Kiao-tschi. So oft er einen Abgesandten
an Kiueu schickte, brachte er vermischte Woblgeriiche
und feinen Flachs zu Wege. Er verwendete ohne Weiteres tausend
glänzende Perlen. Er reichte im grossen Massstahe Kleinode aus
Bergkrystall, Federn des Paradiesvogels, Schildkrötenschuppen, Rhinoeeroskbrn
und Elfenbein. Merkwürdige Dinge, seltene Früchte wie
Pisang, Drachenaugen, trafen jedes Jahr regelmässig ein 2 ).
Yao-tschang stellte seine Söhne auf die Probe, indem er zu
ihnen sagte: Ich besitze kostbare Gegenstände, die mir um zehntausend
Plünde Goldes nicht feil sind. Demjenigen unter euch, der
die anderen an Kunstfertigkeit übertrifft, werde ich sie geben. —
Die Söhne waren grosse Liebhaber von Pferden, und sie wollten es
mit diesen vor dem Vater versuchen. Liö allein rührte sich nicht.
Tschang hielt ihn für weise. Er überging daher die älteren Brüder
und setzte diesen Sohn zum Nachfolger ein s).
Hoan-yuen hatte eine übermässige Liehe zu Kostbarkeiten, mit
denen er beständig spielte. Perlen und Edelsteine wurden von ihm
niemals aus den Händen gelegt 4 ).
Hoan-yuen wurde durch Lieu-yö geschlagen. Tschung-wen
folgte ihm. Yuen floh nach Westen. Seine sämmtliehen Kostbarkeiten
und Kleinode waren in der Erde verborgen. Sie verwandelten sich
in Erde 5 ).
1) Die Denkwürdigkeiten von Wei.
2 ) Die Denkwürdigkeiten von U.
*) Das Buch der Erhebung von Tsin.
*) Die Geschichte des Kaisers Ngan von Tsin.
5 ) Die Überlieferungen von Yiu-tschung-wen in dem Buche der Tsin.