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lieh sei, seinen Sohn allein zu senden. Wenn daher unter diesen
Verhältnissen die Vornahme der Wahl schon Staunen errege, so sei
dieses noch mehr der Fall mit der angekündigten Vornahme der
Krönung; ohne dass der Gewählte vom Papste bestätigt, seine Wahl
bekräftigt sei, dürfe er nicht gekrönt werden, noch sein königliches
Amt verrichten. Karl möge vermeiden, dass nicht die ganze Sache als
fruchtlos sich darstelle, die Ankunft des Cardinais Robert abwarten
und unterdessen Odibert von Salo (Propst von Pignans), den der
Papst an ihn sende,- anhören. Letzterem wurde dann noch am 18. Mai
der Bischof von Agen beigestellt, w'eil Cardinal Robert nicht nach
Deutschland kam, sondern plötzlich nach Italien abgehen musste. So
standen sich denn 1376 der Papst mit dem Cardinalscollegium und
der Kaiser mit dem Churfürsten beinahe so schroff in ihren Anschauungen
gegenüber, als dieses 1346 der Fall gewesen. Der Einfluss
auf das deutsche Königthum, welchen das Königschisma den
Päpsten verliehen, und die Rechte, welche aus den damals gemachten
Concessionen geflossen waren, wurden festgehalten und geltend gemacht,
w r o es sich um eine einheitliche Wahl handelte. Andererseits
war aber Wenzel noch ein Knabe, und wenn der Papst ihn, den
schwierigen Verhältnissen der Gegenwart gegenüber, für untauglich
erachtete, konnte man wenig Triftiges gegen diese Ansicht einwenden.
Bei Lebzeiten Karl's den unmündigen Sohn zu wählen und damit
den Anfang zu einer gewissen Erblichkeit des Kaiserthrones zu
machen, widerstritt allen Traditionen des römischen Stuhles; ein
Clemens VI. hätte sich noch viel stärker dagegen ausgesprochen, als
P. Gregor XI., der Freund K. Karl’s. Dieser aber hatte offenbar einen
fehlerhaften politischen Schritt gemacht, als er zuerst auf die Bedingungen
des Papstes einging und dann plötzlich auf der Basis des
churfürstlichen Beschlusses vom 30. März davon Umgang nahm und
nur die goldene Bulle als Richtschnur ansah. Die Erwähnung der
Krankheit des Kaisers im Frühlinge 1376 darf übrigens vielleicht
als ein Fingerzeig gelten, warum die Churfiirsten sich entschlossen,
Wahl und Krönung Wenzel's nicht länger zu verschieben.
Die Gesinnungen des Papstes treten aus der Instruction für den
Nuntius Odibert unverhohlen hervor. Gregor erklärte sich, was
wohl zu bemerken ist, nicht gegen den Plan des Kaisers, sondern
verlangte nur, dass das Wahlgeschäft in der gehörigen und verabredeten
Weise (per modosdebitos et concorditerordinatos) zuEnde ge-)