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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Wenzel’s  von  Luxemburg  Wahl  zum  römischen  Könige.  1376.

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drei  pfälzischenRuprechten  das  Zugeständniss  der  Wahl  K.  Wenzel’s
erfolgt,  sie  in  einer  besonderen  Urkunde  von  demselben  Datum
(22.  Febr.  1375)  des  Falles  gedenken,  dass  einer  von  ihnen  „zu
römischen  Kunige  erkoren  wurde  und  zu  dem  Königreiche  keme.“
In  diesem  Falle  wollten  sie  jedoch  die  Einigungen,  welche  mit
K.  Karl  und  K.  Wenzel  gemacht  und  verbrieft  seien,  halten.
Dieser  Vertrag,  welcher  seiner  Natur  nach  nicht  bestimmt  sein
konnte,  Andern  mitgetheilt  zu  werden,  zeigt  deutlich,  welche  Gesinnungen ­
  im  Schoosse  der  pfälzischen  Wittelsbacher  wohnten  und
Weizsäcker  hat  Recht,  wenn  er  auf  die  Verbindungen  des  älteren
Ruprecht  mit  Erzbischof  Gerlach  von  Main  vom  Jahre  1351  hinweist, ­
  auf  Urkunden,  welche  eine  Wahl  Pfalzgraf  Ruprecht’s  zum  römischen ­
  Könige  in  Aussicht  stellten  ').  Diese  Aussichten  verzogen  sich
jetzt,  wurden  aber  von  dem  pfälzischen  Hause  doch  nicht  aufgegeben!
Letzteres  hinderte  dann  wieder  den  alten  Ruprecht  nicht,  als  der  Wahltag ­
  sich  näherle,  am  31.  Mai  1376 2 )  und  später  noch  am  Krönungstage, ­
  6.  Juli,  seine  Stimme  aufs  Neue  zu  verwerthen,  das  eine  Mal
um  ein  Geleit  zwischen  Worms  und  Speier  (von  jedem  Lastpferde
einen  alten  grossen  Turnos),  das  andere  Mal  um  das  Recht  der  ersten
Bitte  in  den  Städten  und  Diöcesen  von  Speier  und  Worms  für  jetzt
und  bei  der  künftigen  Kaiserkrönung  s).  Am  leichtesten  war  es  für
K.  Karl  den  Herzog  Wenzel  von  Sachsen,  ungeachtet  seiner  früheren
Verbindung  mit  dem  Markgrafen  Otto  von  Brandenburg  (dem  Wittelsbacher, ­
  vom  10.  Juni  1371)4),  für  Wenzel’s  Wahl  zu  gewinnen.  Vor
der  Wahl  selbst  erfolgte  die  Bestätigung  der  sächsischen  Cur  bei
Churfürst  Wenzel  und  dessen  Leiheserben.  Von  den  Fürsten,  welche
nicht  „zu  den  7  Leuchtern  der  Welt“  gehörten,  wie  die  goldene
Bulle  die  Churfürsten  nennt,  haben  sich  Zustimmungsurkunden  erhalten, ­
  von  H.  Albrecht  von  Oesterreich  (Eger  24.  Dec.  1374),  von
dem  Burggrafen  Friedrich  von  Nürnberg  (Eger,  29.  Dec.  1374),
von  dem  Grafen  Eberhart  von  Würtemberg  (Nürnberg,  8.  Dec.  1374),
von  den  Landgrafen  von  Thüringen  Friedrich,  Balthasar  und  Wilhelm ­
  (Eger,  31.  Dec.  1374).  Man  darf  aber  doch  wohl  überzeugt

1)  Note  1  zu  S.  47.
2 )  1.  e.  n.  23.
8 )  1.  c.  S.  48,  n.  1.
4)  1.  c.  n.  24.

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