Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Wenzel's  von  Luxemburg-  Wahl  zum  römischen  Könige.  1376.  655

Welche  Verhandlungen  aber  zur  Beförderung  der  Wahl  Wenzel's
  von  K.  Karl  mit  Erzbischof  Friedrich  wirklich  stattfanden,  weist
die  Urkunde  K.  Karl’s  vom  11.  Nov.  1374  nach.  Karl  versprach  ihm
zur  Abtragung  seiner  Schuld,  die  ursprünglich  120.000  Goldgulden
ausgemacht  hatte,  30.000,  womit  sie  nach  der  späteren  Übereinkunft ­
  mit  P.  Urban  VI.  auch  getilgt  wurde;  dazu  kamen  noch
6000  Prager  Groschen,  so  wie  Unterstützung  für  den  Fall  der  Erledigung ­
  eines  Bisthums  oder  einer  Kirche  —  do  derselbe  unser
Neffe  nach  stehen  wollte,  —  Karl  erhob  ihn  zum  Tischgenossen  und
setzte  ihm,  wenn  er  den  kaiserlichen  Hof  besuche,  ein  Tischgeid  von
100  Goldgulden  wöchentlich  aus  i).  Endlich,  ehe  es  zur  Wahl  kam,
versprach  der  Kaiser  ihm  noch  ausdrücklich,  31.  Mai  1376  s),
K.  Wenzel  werde  ihm  nach  erfolgter  Wahl  alle  Privilegien  bestätigen,
er  und  Wenzel  wollten  ihm  das  lombardische  Vicariat  für  10  Jahre
und  dann  bis  auf  Widerruf  gewähren,  so  wie  die  ersten  Bitten  nicht
blos  im  Erzbisthume  Cöln,  sondern  auch  in  dem  Dome  von  Strassburg; ­
  dann  die  Erlaubnis,  die  Landvogtei  im  Eisass  von  den  Herzogen ­
  von  Baiern  auszulösen;  endlich  sollte,  wenn  der  Papst  einen
Zehenten  von  Cöln  ausschreibe,  der  Erzbischof  ihn  weder  dem  Papste
noch  einem  andern  zu  entrichten  haben.  Nicht  minder  gelobte  der
Kaiser,  den  Erzbischof  nicht  zu  beschädigen  oder  anzugreifen,  noch
ein  dem  Stifte  schädliches  Privilegium  (namentlich  für  Cöln)  auszustellen. ­
  Niemand  solle  die  Güter  oder  Diener  des  Stiftes  vor  weltliche
Gerichte  ziehen;  kein  Getreuer  des  Reiches  dürfe  in  dem  Cölner
Stifte  Gemeinderäthe  einsetzen,  sich  dazu  wählen  lassen  oder  sich
solcher  Gerichtsbarkeit  zum  Schaden  des  Stiftes  unterfangen.
Leichteres  Spiel  hatte  der  Kaiser  bei  Erzbischof  Ludwig  von
Mainz,  welcher  für  die  Anerkennung  als  solcher  gegen  seinen  Rivalen
Adolf  von  Nassau  sich  .verbindlich  machte  (8.  Dec.  1374),  ohne
alles  Verziehen  und  Widerrede  Wenzel  zu  wählen  s).  Der  Kaiser
war  der  Mühe  enthoben,  um  ihn  für  die  Zusage  zu  gewinnen,  eine
Verschreibung  zu  machen  und  diese  erst  noch  an  der  Schwelle  der
Wahl  zu  wiederholen  und  zu  vermehren,  wie  es  bei  Anderen  der
Fall  war.

O  i.  c.  10  u.  11.
3 )  I.  c.  3  Urkunden.
3 )  I.  c.  2.
Sitzt),  d.  phil.-hist.  CI.  LX.  Bd.,  III.  Hft.

43
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.