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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Xenopiionf.ische  Studien.

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die  einzelnen  Theile  derselben  in  grossen  Zwischenräumen  abgefasst
wurden.  Darnach  hätte  also  wirklich  ein  Themistogenes  von  Syrakus
eine  Anabasis  geschrieben.  Und  wäre  dies  etwa  auffällig?  Warum
kann  nicht  ein  Historiker  dieser  Zeit,  nach  Mittheilungen  seiner
Landsleute,  welche  an  dem  Zuge  Theil  genommen  hatten,  ein  solches
Werk  verfasst  haben?  Im  Heere  des  Kyros  diente  der  Syrakuser
Sosis  als  Stratege  (I,  2,  9)  und  sein  Corps  wird  wol  zum  guten
Theile  aus  Syrakusanern  oder  doch  sicilischen  Griechen  bestanden
haben;  ein  Lykios  aus  Syrakus  wird  I,  10,  14  genannt.  Dass  diese
Anabasis  in  den  Zeiten  nach  Christus  so  gut  wie  verschollen  war,
kann  nicht  Wunder  nehmen;  ist  es  doch  vielen  anderen  Werken
ebenso  ergangen.  Was  wüssten  wir  denn  von  der  Anabasis  des
Sophainetos,  wenn  uns  nicht  die  paar  Citate  bei  Stephanos  von
Byzanz  erhalten  wären,  der  übrigens  sicherlich  nicht  dieses  Werk
vor  sich  gehabt,  sondern  diese  Artikel  sammt  den  Citaten  aus  einem
anderen  geographischen  Werke  entlehnt  hat.  Plutarchos  hat  diese
Anabasis  des  Sophainetos  nicht  gekannt;  denn  sonst  würde  er  sie
wol  im  Leben  des  Artaxerxes  an  irgend  einer  Stelle  erwähnt  haben.
Darf  man  übrigens  auf  die  Worte  xai  tb?  Ix  rourou  äKEG&SYiaav  ol
"Etärivsg  int  SccXoctt  av  ein  Gewicht  legen,  so  war  in  der  Anabasis
des  Themistogenes  nur  der  Rückzug  bis  Trapezus  und  dann  kurz
der  weitere  Zug  bis  Byzanz  beschrieben,  dagegen  aber  über  den
Feldzug  in  Thrakien  und  das  Weitere  nichts  berichtet.
Überhaupt  ist  es  gar  nicht  wahrscheinlich,  dass  Xenophon  seine
Anabasis  unter  fremdem  Namen  herausgegeben  hat.  Wollte  er  dies
thun,  so  hätte  er  sein  Werk  ganz  anders  abfassen  müssen.  Er  hätte
nicht  in  demselben  die  innersten  Stimmungen  seiner  Seele  offenbaren
dürfen,  wie  er  es  z.  B.  im  Eingänge  des  dritten  und  sechsten  Buches
gethan  hat;  er  hätte  eine  ganz  andere  Manier  der  Darstellung,  einen
anderen  Stil  annehmen  müssen,  wenn  er  glaublich  machen  wollte,
dass  die  Anabasis  das  Werk  eines  Anderen  sei.  So  wie  die  Anabasis
vorliegt,  mussten  seine  Zeitgenossen,  wofern  sie  nicht  blöde  waren,
Xenophon  als  den  Verfasser  erkennen,  um  so  mehr  als  derselbe
bereits  durch  seine  Sokratischen  Schriften,  die  jedenfalls  die  ältesten
unter  seinen  Werken  sind,  allgemein  bekannt  geworden  war.  Was
Fr.  v.  Raumer  in  den  antiquarischen  Briefen  (S.  34)  gegen  diejenigen ­
  bemerkt,  welche  dem  Xenophon  die  Anabasis  absprechen  wollten  :
„die  Art,  wie  Xenophon  besonders  im  Anfänge  des  dritten  Buches
            
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