Xenophoutische Studien. 635
stammen, der übrigens neben Ephoros auch das Buch des Xenophon,
besonders in der Erzählung der Katabasis, für seine Darstellung verwertet
hat. Ein bestimmter Beweis aber lässt sich hiefür nicht
beibringen. Wenn z. B. Kiepert (Zeitschr. für Gymn. V, 204) darauf
Gewicht legt, dass Stephanos s. v. Tdo^oi sagt: zovzovg Si ziveg
Txovg xalovaiv, (hg 'S.oyoävsrog iv zy ’Avxßxaei tpriai, während
Diodoros XIV, 29 dieses Volk Xxac nennt, was nach Kiepert falsche
Leseart für Tau sein soll, so ist dies doch zu unbedeutend. Aber
dass das Werk des Sophainetos älter ist als jenes des Xenophon,
ergibt sich aus folgender Erörterung. Sophainetos heisst an einer
Stelle der Xenophontischen Schrift (VI, 5, 13) der älteste unter
den Strategen (vgl. V, 3, 11); er war somit schon damals (Mitte
des Jahres 400) mindestens über fünfzig Jahre alt. War er doch
älter als Kleanor, von dem II, 1, 10 gesagt wird KpeaßOzxzog iov.
Wenn also Sophainetos das Jahr 371 erlebte, so stand er dann
mindestens im achtzigsten Lebensjahre. Er wird also wol sein Werk
vor 371 geschrieben haben.
Dies führt uns nun wieder auf die schon oben bemerkte Stelle
Hell. III, 1, 2 zurück, wo es heisst: d>g piv oüv Kvpog azpdzevp.a zz
auvf/xxi zoxjz' z-/uv xvißy ini zöv ädetyöv xai cög r/ p.x%r/ iyivszo
xai ug xniSave xai dig ix zovzov xTTsadjSyaxv oc "EMvjvsj iiri
Sx\xzzxv, @i[j.iazoyivsi zü Xvpxxoaiu yiypxizzxi. Uber diesen Syrakusier
Themistogenes ist eine Notiz erhalten bei Suidas s. v. 0spiazoyivyg
(Vol. I, p. 1124): Qsp.iazoyivyg ’SvpaxovGiog iazopixög.
Kvpov ’ Avxßxaiv, yzig iv zoXg'EevotpüvzGg fipzzai, xxi xlla zivx
nzpi zrig ixvzov rcxzpioog. Hiebei ist nun die Nachricht, das Tliemistogenes
einige Schriften über die Geschichte von Syrakus verfasst
hat, schwerlich aus der Luft gegriffen und hat man sie daher ganz
mit Unrecht verdächtigt. Zugleich erfahren wir aus der Notiz des
Suidas, dass man im Alterthume die Anabasis als ein Werk des
Themistogenes betrachtete und meinte , sie sei nur durch einen
Irrtlnim dem Xenophon zugeschrieben worden. Denn was können die
Worte fing iv zoXg Hsvo<püvzog tpipezai wol anderes bedeuten? Es
gab aber im Alterthume noch eine andere Ansicht, nach welcher
Xenophon sein Werk unter fremdem Namen, nämlich dem des Themistogenes,
herausgegeben hatte, und zwar entweder um seiner
Darstellung mehr Glauben zu verschaffen, oder um dem Themistogenes,
der sein Geliebter gewesen sein soll, durch die Überlassung