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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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S  c  h  e  n  k  1

Beschreibung  jenes  Gutes  V,  3,  7—13  hervor.  Meiner  Ansicht  nach
beweist  diese  Stelle  gerade  das  Gegentheil;  denn  aus  den  in  der
ganzen  Beschreibung,  wo  nicht  rein  locale  Momente  erwähnt  werden,
angewendeten  Imperfecten,  wie  exoisc,  jj.er  eZ^ov,  xapeZ^s,  ixoioOvro,
auvsSYipw,  Yiliaxero,  erhellt,  dass  Xenophon,  als  er  diese  Stelle
schrieb,  nicht  mehr  in  Skillus  lebte.  Wenn  Krüger  bemerkt,  dass
Xenophon  nichts  über  seine  Vertreibung  durch  die  Eieier  berichte,
so  ist  dies  von  keinem  besonderen  Belange;  erhalten  wir  ja  doch
auch  über  seine  Verbannung,  sein  Verhältnis  zu  Agesilaos  u.  dgl.
kaum  hie  und  da,  wo  sich  eine  Gelegenheit  bietet,  eine  dürftige
Notiz.  So  sehr  hat  der  Schriftsteller  alles,  was  nicht  zum  Zuge  der
Zehntausende  gehört,  in  den  Hintergrund  treten  lassen.  Auch  die
Beschreibung  jenes  Landgutes  würden  wir  nicht  erhalten  haben,
wenn  nicht  Xenophon  dadurch  den  Nachweis  hätte  liefern  wollen,
dass  er  getreu  seine  Pflicht  erfüllt  und  zugleich  den  geweihten  Bezirk
auch  für  die  Zukunft  sichergestellt  habe.  Nach  meiner  Meinung  ist
daher  die  Anabasis  jedenfalls  erst  nach  371  (nach  der  Schlacht  bei
Leuktra)  geschrieben.  Weniger  entscheidend  ist  eine  andere  Stelle
VI,  6,  9,  wo  es  heisst  ripy^ov  oe  töte  xdvrcov  tojv  'EAAfivojv  oi  Axxsdcup.6vioi.
  Diese  ist  offenbar  zu  einer  Zeit  geschrieben,  wo  die  Lakedaimonier
  nicht  mehr  die  Herrschaft  über  alle  Hellenen  hesassen;
denn  sonst  wäre  eine  solche  Bemerkung  ganz  überflüssig  gewesen.
Aber  man  kann  sich  dieselbe  ebenso  gut  vor  als  nach  der  Schlacht
von  Leuktra  verfasst  denken,  wiewol  erst  durch  diese  Schlacht  die
Spartiaten  ihre  durch  den  Antalkidischen  Frieden  neu  befestigte
Hegemonie  verloren.
Wenn  nun  die  Anabasis  erst  nach  371  geschrieben  ist,  so
unterliegt  es  wol  keinem  Zweifel,  dass  schon  vor  dem  Werke  des
Xenophon  ein  ähnliches  unter  demselben  Titel  vorhanden  war,  nämlich ­
  die  Anabasis  des  Stymphaliers  Sophainetos.  Diese  ist  bekanntlich
bis  auf  die  vier  Citate  des  Stephanos  Byzantios  (Mueller  Fr.  hist,
gr.  II,  74)  verloren  und  auch  diese  Citate  geben  über  die  Art  der
Abfassung  keinen  Aufschluss  *).  Möglich,  ja  sogar  wahrscheinlich,
dass  Ephoros  dieses  Werk  benützte  und  daher  die  abweichenden
Angaben  in  der  Schilderung  dieses  Zuges  bei  Diodoros  (XIV,  19—31)

*)  Über  den  Katalogos  am  Schlüsse  der  Xenophontischen  Anabasis,  der  nach  Kiepert
aus  der  Schrift  des  Sophainetos  entnommen  sein  soll,  siehe  oben  S.  596.
            
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