Xenophontische Studien. 615
7zdvT£$ oi fast« Kupon klingt, was schon an und für sich den Verdacht
der Unechtheit gegen jenen Beisatz rege machen müsste.
III, 4, 8 ist in allen Handschriften fihog os veipekqv npoxctlv^ccg
überliefert, nur ist in B das schliessende v von ve<p£hiv getilgt und
in P (Paris. 1635) vsylÄvi geschrieben. Dass diese Worte keinen
Sinn geben, liegt auf der Hand. Auch mit der Conjectur, die nach
der Übersetzung des Amasäus von Brodaus vorgeschlagen und seit
Stephanus von den meisten Herausgebern aufgenommen worden ist,
■'KkiO'j dt vsysÄvj npoy.a.kutyaaa. ist nichts geholfen; denn es ist dies
ein ungeschickter und geschraubter Ausdruck und mit Rücksicht auf
diese Conjectur konnte Cobet (Nov. Iect. 449) mit Recht von diesen
Worten sagen 'quae neque intelligi possunt neque emendari’. Die
Uonjectur von C. Matthiä rjXiog d' oü vs<psXt]v Trpoy.akutpag dtpav.ng r ; v
(vgl. Herodot. VII, 37) ist abgesehen von ihrer Willkürlichkeit weder
dem Ausdrucke noch dem Sinne nach entsprechend. Denn dass an
eine Sonnenfinsterniss nicht zu denken ist, hat schon Bornemann
bewiesen; auch würde dies sich unmöglich mit dem folgenden p-typi
i^tluzov oi ävSpomoi vereinen lassen. Es ergibt sich vielmehr, dass
eine dichte und lange dauernde Umwölkung des Himmels gemeint
ist, ein Phänomen, das in jenen Gegenden äusserst selten vorkommt.
Da nun Xenophon alles und jedes auf göttliche Einwirkung zurückzuführen
pflegt, wie er denn auch §. 12, wo tij.ßpovrr t Toug nicht
etwa im übertragenen Sinne zu fassen ist, erzählt, dass Zeus durch
furchtbare Gewitter die Bewohner von Mespila betäubt und unfähig
zum Widerstande machte, so möchte ich auch hier den Ausfall des
Subjectes LsOg annehmen. Es wäre dann zu lesen rjXf.ov dt
npoxouüipag 'Liug (oder vielleicht noch besser Zsö? dt
fjhov v. n. r/.), wodurch die Stelle allerdings eine passende Gestalt
erhielte.
III, 4, 16 p.a.y.p6repov •'/dp oi re ’PodiOL rcöv TlspatZv iatpevdovuv
xai rcöv nXsiarwv roCortöv. So lautet die Vulgata, welche man auf
den ersten Blick als lückenhaft erkennen muss. Dass oi rs 'Päötot
nicht zu halten ist, etwa, wie Rehdantz meint, durch ein Anakoluth,
brauche ich wol nicht zu erweisen. Man muss daher rs entweder
mit Krüger streichen oder, was entschieden vorzuziehen ist, mit
C. Matthiä in ys verwandeln; dieses letztere empfiehlt sich dadurch,
dass, wie sich aus der folgenden Erörterung ergeben wird, der Sinn
dieser ist. Wenn auch die kretischen Bogenschützen noch nicht