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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Xenophontische  Studien.

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könnte  auch  an  kn  -^etp.cövi  knex.  denken.  Doch  ist  es  möglich,  dass
inexovpriaa  nur  eine  Glosse  und  die  echte  Leseart  r,  iva  77  nole-!■juov
  dn-hpvt-a.  ist,  was  ganz  passend  wäre.

III.
Ohwol  der  Text  der  Anabasis  bei  weitem  mehr  durch  Interpolationen ­
  als  durch  Lücken  entstellt  ist,  so  kann  man  doch  eine
ziemliche  Anzahl  von  Stellen  nachweisen,  wo  entweder  einzelne
Wörter  und  Ausdrücke  oder  auch  ganze  Sätze  ausgefallen  sind.  Wie
leicht  dies  geschehen  konnte,  zeigen  unsere  Handschriften,  indem
manche  Wörter  und  Sätze  in  Classe  I  fehlen,  die  uns  Classe  II  erhalten ­
  hat,  und  umgekehrt  in  Classe  II  sich  noch  mehrere  und  grössere
Lücken  finden,  die  wir  ohne  die  Codices  der  ersten  Classe  nicht  auszufüllen ­
  vermöchten.  Hier  sollen  nun  einige  Lücken  besprochen
werden,  die  man  theils  noch  nicht  aufgefunden  hat,  theils,  obwol
sie  längst  nachgewiesen  worden  sind,  in  der  neuesten  Kritik  mit
Unrecht  ignoriert.
I,  8,  6  Köpc?  oi  xcd  in  neig  roOrou  oaov  kfexioioi  d>7rAiff,UEvot
.3(hpoc^i  p.kn  cojToi  xai  napa.[j.r,pidioig  xai  xpdnsai  ndnrsg  nArjn  Kupon.
Hier  kommt  es  vor  allem  darauf  an,  was  für  eine  Construction  man
annimmt.  Soll  u>7rAi!7p.svo[  das  Hauptverbum  sein  und  dazu  -haccn
ergänzt  werden?  Aber  eine  solche  Ergänzung  wäre  sehr  auffällig;
dann  sprechen  Zusammenhang  und  Wortstellung  gegen  eine  solche
Annahme.  Oder  soll  man  iarrtaav  aus  dem  Vorhergehenden  als  Verbum ­
  des  Satzes  ergänzen?  Dies  unterliegt  wol  keinem  Zweifel,  aber
dann  ergibt  sieh  mit  Bestimmtheit,  dass  unsere  Stelle  lückenhaft
überliefert  ist.  Es  wäre  doch  wirklich  lächerlich,  wenn  Xenophon
gesagt  hätte:  „Kyros  und  seine  Reiter  standen“,  ohne  den  Punkt  zu
bezeichnen,  den  sie  in  der  Schlachtreihe  einnahmen.  Wenn  Bornemann ­
  unter  Zustimmung  Kühner's  sagt,  aus  §.  22  ergebe  sich,  dass
Kyros  in  der  Mitte  seiner  Schlachtliuie  stand,  so  bürdet  er  damit
dem  Schriftsteller  eine  seltsame  Verkehrtheit  auf;  es  soll  nämlich
dieser  hei  der  Beschreibung  der  Aufstellung  eben  das,  was  die
Hauptsache  ist,  verschwiegen  und  dein  Leser  zugemuthet  haben,  dies
erst  gelegentlich  aus  dem  Folgenden  zu  entnehmen.  Darnach  ergibt
sich  mit  Nothwendigkeit,  dass,  wie  Löwenklau  und  Pyramus  de  Can-
            
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