Xenopliontische Studien.
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Hieran knüpfen wir gleich eine andere Erörterung. Dindorf will nämlich
(p. XV) I, 2, 3 die Worte: Soysct'vsro? Si <5 SrupiyäAtoj on'kirccg
e'x'ov yiliovg hauptsächlich mit Rücksicht auf I, 2, 9 streichen,
wo man ebenso liest xcd 2o<paivsrog 6 ’ Apxäg eywv 6n),trag yjViovg.
Nebenbei hebt er aber auch hervor, wie seltsam es sei, dass neben
Pasion bloss Sokrates als Corpscommandant vor Milet erwähnt
werde, als ob nicht, wie I, 1, 11 berichtet sei, Sophainetos und Sokrates
von Milet gekommen wären. Wolle man daher nicht annehmen,
dass die Worte v.od 6 Scoxparr/g nicht von Xenophon herrühren,
so bleibe nichts übrig als die bezeichneten Worte I, 2, 3 zu beseitigen.
Ich zweifle aber sehr, ob sich der Schluss, den Dindorf annimmt,
mit Nothwendigkeit aus I, 2, 11 ergibt; es ist nämlich in
diesem Paragraphe nichts anderes gesagt, als dass Kyros den Proxenos,
Sophainetos und Sokrates, die Officiere in seinen Diensten
waren, beauftragt hatte in Griechenland möglichst viele Leute anzuwerben
(denn dies bedeuten die Worte ävdpag ),aßeiv Sri xltiffrouj,
wie aus I, 1, 6 erhellt). Während nun Proxenos und Sophainetos
längere Zeit brauchten, um ihre Corps aufzubringen, scheint
Sokrates mit seiner beträchtlich kleineren Sehaar früher eingetroffen
zu sein und wurde daher dem Belagerungscorps vor Milet zugetheilt,
das schon in früherer Zeit gleich beim Ausbruche des Krieges gegen
Tissaphernes angeworben worden war (I, 1, 6). Es ist also kein
Grund vorhanden zu zweifeln, dass die Erwähnung des Sophainetos
1, 2, 3 begründet ist, und werden wir daher den Verdächtigungen
Dindorf's nicht beistimmen. Ebenso wenig aber ist es gerechtfertigt,
wenn Dobree (Adv. I, 1, 132) die aus I, 2, 9 angeführten Worte als
eine Interpolation beseitigen will; denn wie man dann mit der Berechnung
I, 2, 9, wo 11000 Hopliten und 2000 Peltasten gezählt
werden, ins Reine kommen will, bleibt mir unbegreiflich. Und
diesem Übelstande wird auch nicht abgeholfen, wenn man mit
Dobree I, 2, 9 dem Sosis statt der dreihundert Hopliten mit den
schlechteren Handschriften deren tausend gibt. Dieser Grund gilt
übrigens ebenso gegen die von Dindorf empfohlene Tilgung der
Worte I, 2, 3. Somit bleibt wol kaum eine andere Vermuthung
übrig, als dass 1, 2, 9 im Texte der Name des Strategen ausgefallen
war und dann ungeschickt durch Soyaivrro? ergänzt wurde. Bekanntlich
hat Köchly (Gesch. des griech. Kriegsw. S. 1011 Ay.ccg
6 ’Apxdg vorgeschlagen, was viel für sich hat (vgl. Ritschl Rh. Mus.