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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Xenopliontische  Studien.

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Hieran  knüpfen  wir  gleich  eine  andere  Erörterung.  Dindorf  will  nämlich ­
  (p.  XV)  I,  2,  3  die  Worte:  Soysct'vsro?  Si  <5  SrupiyäAtoj  on'kirccg
  e'x'ov  yiliovg  hauptsächlich  mit  Rücksicht  auf  I,  2,  9  streichen,
wo  man  ebenso  liest  xcd  2o<paivsrog  6  ’  Apxäg  eywv  6n),trag  yjViovg.
Nebenbei  hebt  er  aber  auch  hervor,  wie  seltsam  es  sei,  dass  neben
Pasion  bloss  Sokrates  als  Corpscommandant  vor  Milet  erwähnt
werde,  als  ob  nicht,  wie  I,  1,  11  berichtet  sei,  Sophainetos  und  Sokrates ­
  von  Milet  gekommen  wären.  Wolle  man  daher  nicht  annehmen, ­
  dass  die  Worte  v.od  6  Scoxparr/g  nicht  von  Xenophon  herrühren,
so  bleibe  nichts  übrig  als  die  bezeichneten  Worte  I,  2,  3  zu  beseitigen. ­
  Ich  zweifle  aber  sehr,  ob  sich  der  Schluss,  den  Dindorf  annimmt, ­
  mit  Nothwendigkeit  aus  I,  2,  11  ergibt;  es  ist  nämlich  in
diesem  Paragraphe  nichts  anderes  gesagt,  als  dass  Kyros  den  Proxenos,
  Sophainetos  und  Sokrates,  die  Officiere  in  seinen  Diensten
waren,  beauftragt  hatte  in  Griechenland  möglichst  viele  Leute  anzuwerben ­
  (denn  dies  bedeuten  die  Worte  ävdpag  ),aßeiv  Sri  xltiffrouj,
  wie  aus  I,  1,  6  erhellt).  Während  nun  Proxenos  und  Sophainetos ­
  längere  Zeit  brauchten,  um  ihre  Corps  aufzubringen,  scheint
Sokrates  mit  seiner  beträchtlich  kleineren  Sehaar  früher  eingetroffen
zu  sein  und  wurde  daher  dem  Belagerungscorps  vor  Milet  zugetheilt,
das  schon  in  früherer  Zeit  gleich  beim  Ausbruche  des  Krieges  gegen
Tissaphernes  angeworben  worden  war  (I,  1,  6).  Es  ist  also  kein
Grund  vorhanden  zu  zweifeln,  dass  die  Erwähnung  des  Sophainetos
1,  2,  3  begründet  ist,  und  werden  wir  daher  den  Verdächtigungen
Dindorf's  nicht  beistimmen.  Ebenso  wenig  aber  ist  es  gerechtfertigt,
wenn  Dobree  (Adv.  I,  1,  132)  die  aus  I,  2,  9  angeführten  Worte  als
eine  Interpolation  beseitigen  will;  denn  wie  man  dann  mit  der  Berechnung ­
  I,  2,  9,  wo  11000  Hopliten  und  2000  Peltasten  gezählt
werden,  ins  Reine  kommen  will,  bleibt  mir  unbegreiflich.  Und
diesem  Übelstande  wird  auch  nicht  abgeholfen,  wenn  man  mit
Dobree  I,  2,  9  dem  Sosis  statt  der  dreihundert  Hopliten  mit  den
schlechteren  Handschriften  deren  tausend  gibt.  Dieser  Grund  gilt
übrigens  ebenso  gegen  die  von  Dindorf  empfohlene  Tilgung  der
Worte  I,  2,  3.  Somit  bleibt  wol  kaum  eine  andere  Vermuthung
übrig,  als  dass  1,  2,  9  im  Texte  der  Name  des  Strategen  ausgefallen
war  und  dann  ungeschickt  durch  Soyaivrro?  ergänzt  wurde.  Bekanntlich ­
  hat  Köchly  (Gesch.  des  griech.  Kriegsw.  S.  1011  Ay.ccg
6  ’Apxdg  vorgeschlagen,  was  viel  für  sich  hat  (vgl.  Ritschl  Rh.  Mus.
            
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