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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

600

Schenk!

lautet:  'ZopaivsTov  Ss  töv  ZrvuyäXiov  xai  HcoxpcxTrjv  rdv  ’Ay_ca6v,
£svcvg  ovzag  xcci  roOrovg  ixsXeuaev  ävdpag  laßovTag  itäsiv  Sri
nlei'jTovg,  (Lg  TroXsfGjoenv  Ttaaafipvei  avv  toi?  (pv^aai  tcov  MtXv/ai'oov.
Im  Codex  C  sind  aber  die  Worte  o&?  TroXs^aoov  Ttaaayipv'y  erst  am
Rande  von  einer  alten  Hand  beigescbrieben  und  in  D  liest  man  avv
roig  (pw/acn  tiLv  MtXvjffiwv  (Lg  TtoXspr/jaEiovra?  Ttaaixfipvei  (ebenso
im  Vind.,  nur  dass  sieb  dort  noch  vor  xai  otoi'ouv  folgendes  geschrieben ­
  findet  xai  ino'Xip.si  aun  rot?  fvyaai  rtöv  MiXvjfftwv).  Daraus
scbliesst  nun  Dindorf  (praef.  ed.  Teubn.  p.  XIV)  mit  Recht,  dass
hier  ein  Scholion  in  den  Text  eingedrungen  ist;  und  es  scheint  sogar
in  dem  xai  inolsp-si  xtL,  was  der  Vind.  bietet,  etwas  von  der  ursprünglichen ­
  Fassung  dieses  Scholion  erhalten  zu  sein,  das  wol  so
lautete:  chg  TroXsptfacoy  T  laaatpipvji  '  xai  ydp  iKo)Jp.£i  auv  roig  <pvyäai
tüv  MtXvjo'wv.  Der  Scboliast  meinte  offenbar,  weil  bei  der  Aufbringung ­
  der  Corps  des  Klearchos,  Aristippos,  Proxenos  verschiedene
Vorwände  angeführt  würden,  müsse  er  auch  hier  einen  solchen  beifügen. ­
  Dazu  kommen  aber  noch  andere  Gründe,  welche  zum  Tlieile
schon  von  Dindorf  ausgesprochen  worden  sind.  Nach  §.  6—8  dieses
Capitels  befand  sich  Kyros  bereits  im  offenen  Kriege  mit  Tissaphernes;
  wie  konnte  er  also  als  Vorwand  gebrauchen,  dass  er  mit  Tissaphernes
  Krieg  führen  wolle  (cb?  n  o  X  sp-v  oco  v  Tiaaatpspvsi).  Noch
seltsamer  aber  klingt  dies,  wenn  man  das  beigesetzte  aOv  rot?  fu-•)d(ji
  tLv  MiXr/cncnv  in’s  Auge  fasst.  Offenbar  kämpften  die  verbannten
Milesier  schon  längere  Zeit  an  der  Seite  des  Kyros  gegen  Tissaphernes;
  ihretwegen,  um  sie  in  ihr  Vaterland  zurückzuführen,  belagerte
ja  Kyros  Miletos.  Man  beachte  weiter,  dass  Kyros,  um  seine  wahre
Absicht  zu  verdecken,  einen  Zug  gegen  die  Pisider  vorschützte
(vgl.  I,  1,  11;  2,  1  u.  4;  III,  1,  9).  Dies  war  sein  Vorwand, ­
  und  er  schien  um  so  mehr  glaublich,  als  Kyros  schon
früher  gegen  die  Pisider  zu  Felde  gezogen  war  (I,  9,  14).
Somit  wird  man  nicht  bloss  (Lg  aroXspificcov  TioGapspvsi,  sondern ­
  auch  gvv  toi?  (pvyaoi  tcüv  MiXv^oicov  streichen  müssen.  Muss
man  aber  dann,  wie  Dindorf  meint,  eine  Lücke  nach  Sri  nldorovg
annehmen?  Ich  glaube  nicht.  Was  soll  denn  in  jener  Lücke  gestanden ­
  haben?  Vielleicht  ist  bloss  vor  2oy«i'v£Tov  ein  xai  einzuschieben: ­
  Und  auch  den  Sophainetos  aus  Stymphalos  und  den  Achäer
Sokrates,  die  gleichfalls  seine  Gastfreunde  waren,  hiess  er  mit  so
y iel  Mannschaft,  als  sie  nur  anwerben  konnten,  zu  ihm  zu  stossen.
            
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