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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Xenophontische  Studien.  595
Buches  fabricierte,  das  in  den  besseren  Handschriften  nicht  überliefert ­
  ist.
Interessanter  sind  aber  einige  Interpolationen,  welche  einen
kundigen  Leser  verrathen  und  daher  möglicherweise  von  einer  und
derselben  Hand  herrühren  dürften,  wie  I,  4,  9  ovde  rag  nepiarepag,
I,  8,  6  liyerai  de  xai  rovg  äXXovg  Uepaag  ipäaTg  Talg  xefaAaig  iv
tü>  no^ep-op  diaxivdvveveiv,  II,  2,  9  xai  Aöxov,  III,  5,  15  xai  iapiteiv
  J ),  V,  3,  6  p.£ra  ’Ayoaddov  iv  Kopcovst'q:,  VII,  5,  1  apyaiov
nvög.  Erwägt  man  nun  die  Beschaffenheit  dieser  Zusätze  und  den
Umstand,  dass  die  in  II,  2,  9,  III,  5,  15,  V,  3,  6  bezeiehneten  in
den  besseren  Handschriften  oder  doch  in  Cpr.  fehlen,  so  muss  man
erkennen,  dass  hier  gar  keine  Interpolationen  beabsichtigt  waren,
sondern  lediglich  Randbemerkungen  eines  nicht  unkundigen  Lesers
vorliegen,  die  späterhin  mit  manigfachen  Veränderungen  in  den  Text
aufgenommen  wurden.  Dafür  spricht  auch  die  Stelle  I,  10,  3,  wo
Krüger  (de  auth.  An.  p.  38)  mit  Recht  erkannt  hat,  dass  v?  veurtpa
eine  Glosse  ist  und  eigentlich  zu  rrjv  (frwxaida.  gehört.  In  CA  steht
nun  f/v  vscorepa  rj  IriySeXva,  worin  uns  die  ursprüngliche  Form  der
Randbemerkung  erhalten  ist.  So  erklärt  sich  auch  der  Zusatz  hx.O^ai
III,  4,  15  als  Randbemerkung  eines  Lesers,  der  sich  erinnerte,  dass
und  rol’orr;?  in  Athen  gleiche  Bedeutung  hatten,  (vgl.  Rehdantz,
  kritischer  Anhang  S.  51),  ebenso  vielleicht  auch  das  räthselhafte
  auSig,  womit  ein  Leser  bezeichnen  konnte,  dass  die  Expedition
unter  Datis  und  Artapbernes  die  zweite  nach  der  ersten  durch
Sturm  verunglückten  unter  Mardonios  (493)  war;  natürlich  gehörte
a.uSig  zu  HSgvtuv  und  ward  dann  an  falscher  Stelle  in  den  Text
eingeschoben  2 ).

*)  Dies  weist  auf  einen  Leser  der  Kyropädie  hin,  wo  man  VIII,  6,  22  liest:  rov  de
dfjupi  rö  eccp  [xpovov]  rpeic  fjtvjvac  ßccGuXevg]  iv  'Zovaoig  •  tyjv  de  axp.vjv
roO  Sipovg  dvo  iv  5 Exj3ardvoi?.
2 )  Auch  die  Stelle  II,  1,  12  gehört  hieher.  Da  nämlich  der  Athener  Theopompos  sonst
nicht  mehr  genannt  wird  und  man  der  Meinung  war,  Xenophon  habe  seine  Autorschaft ­
  möglichst  verbergen  wollen,  so  vermuthete  man,  dass  Theopompos  ein
fingierter  Name  sei  und  dahinter  Niemand  als  Xenophon  selbst  stecke.  Daher
schrieb  man  Hevocpwv  hei  und  dies  ist  wirklich  in  die  meisten  Handschriften  eingedrungen, ­
  obwol  für  die  eben  erwähnte  Annahme  nicht  der  geringste  Grund  vorhanden ­
  ist.  Dies  zeigt  besonders  die  Leseart  in  D,  wo  im  Texte  äevöüwv,  am  Hände
xai  6  SeoKep-nog  steht,  ebenso  hat  der  Vind.  neben  Eevo^wv  im  Texte  am  Rande
            
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