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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

zu  haben;  vielleicht  las  man  ursprünglich  : n  xcä,  was  einerseits  ganz
passend  wäre  und  andererseits  den  Spuren  in  der  Rasur  entspräche,
wenn  man  sich  xai,  wie  dies  gewöhnlich  der  Fall  ist,  abgekürzt  geschrieben ­
  denkt.  —  II,  2,  3  hat  Cpr.  von  den  Wörtern  Svopsva)
Uvea  die  Sylben  co  Uvea  von  zweiter  Hand  auf  einer  Rasur  von  sieben ­
  oder  acht  Buchstaben  geschrieben.  Sollte  etwa  die  ursprüngliche ­
  Leseart  Jdvotxivu>  epy^eaSca  gewesen  sein?  —  III,  2,  20  liest
man  gewöhnlich  äp.apTäv&uo'i,  Cpr.  hat  aber  äpaprr,  .  .  .  ai,  worin
17  auf  das  Futurum  hindeutet,  das  sich  auch  schon  wegen  des  vorhergehenden ­
  rtoovTcu  empfiehlt.  Dass  nun  Xenophon  ein  Futurum
äp-apToato  gebraucht  hat,  welches  sich  erst  bei  Späteren  findet,  ist
durchaus  unwahrscheinlich;  wohl  aber  kann  jenes  ai  auch  erst  von
zweiter  Hand  herrühren  und  daher  äpapriioovrai  die  echte  Leseart
gewesen  sein.
II.

Bekanntlich  sind  unsere  Handschriften,  auch  die  der  ersten
Classe,  durch  zahlreiche  Interpolationen  entstellt.  Davon  gehören
die  meisten,  welche  zur  Vervollständigung  oder  Erklärung  eines  Ausdruckes ­
  oder  eines  Satzes  dienen,  verschiedenen  Zeiten  an,  waren
aber,  wie  früher  nachgewiesen  wurde,  zum  grossen  Theile  schon  im
zweiten  Jahrhunderte  nach  Christus  im  Texte  vorhanden.  Über  diese
hier  zu  sprechen,  halte  ich  für  unnöthig,  da  Rehdantz  dieselben  im
kritischen  Anhänge  S.  33  ff.  eingehend  behandelt  hat,  womit  freilich ­
  nicht  gesagt  sein  soll,  dass  ich  allem,  was  dort  Rehdantz  erörtert ­
  hat,  beistimme.  Auch  jene  andere  Art  von  Interpolationen,  die
in  den  eingeschobenen  Proömien,  Berechnungen  und  Recapitulationen
hervortritt,  will  ich  nicht  besonders  besprechen.  Es  waren  hier
gleichfalls  verschiedene  Hände  thätig,  wie  schon  der  Umstand  zeigt,
dass  diese  Interpolationen  in  den  schlechten  Handschriften  noch
weiter  geführt  sind,  z.  B.  im  Eingänge  des  vierten  Buches.  Merkwürdig ­
  ist,  dass  trotz  der  Bemerkung  des  Diogenes  von  Laertc  II,
6,  13  Tr;v  Ti  ’Aväßeeaiv,  rig  -/.cczä  ßcß'M'ov  piv  inoir/oe  nrpoofpiov,
ölrig  ov  ein  solches  Prooemium  beim  sechsten  Buche  nicht  erhalten ­
  ist.  Möglich,  dass  ein  solches  vorhanden  war  und  dann  verloren
gieng,  worauf  ein  späterer  Redactor  eine  neue  Ahtheilung  versuchte
und  das  Prooemium  am  Eingänge  des  dritten  Capitels  des  sechsten
            
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