zu haben; vielleicht las man ursprünglich : n xcä, was einerseits ganz
passend wäre und andererseits den Spuren in der Rasur entspräche,
wenn man sich xai, wie dies gewöhnlich der Fall ist, abgekürzt geschrieben
denkt. — II, 2, 3 hat Cpr. von den Wörtern Svopsva)
Uvea die Sylben co Uvea von zweiter Hand auf einer Rasur von sieben
oder acht Buchstaben geschrieben. Sollte etwa die ursprüngliche
Leseart Jdvotxivu> epy^eaSca gewesen sein? — III, 2, 20 liest
man gewöhnlich äp.apTäv&uo'i, Cpr. hat aber äpaprr, . . . ai, worin
17 auf das Futurum hindeutet, das sich auch schon wegen des vorhergehenden
rtoovTcu empfiehlt. Dass nun Xenophon ein Futurum
äp-apToato gebraucht hat, welches sich erst bei Späteren findet, ist
durchaus unwahrscheinlich; wohl aber kann jenes ai auch erst von
zweiter Hand herrühren und daher äpapriioovrai die echte Leseart
gewesen sein.
II.
Bekanntlich sind unsere Handschriften, auch die der ersten
Classe, durch zahlreiche Interpolationen entstellt. Davon gehören
die meisten, welche zur Vervollständigung oder Erklärung eines Ausdruckes
oder eines Satzes dienen, verschiedenen Zeiten an, waren
aber, wie früher nachgewiesen wurde, zum grossen Theile schon im
zweiten Jahrhunderte nach Christus im Texte vorhanden. Über diese
hier zu sprechen, halte ich für unnöthig, da Rehdantz dieselben im
kritischen Anhänge S. 33 ff. eingehend behandelt hat, womit freilich
nicht gesagt sein soll, dass ich allem, was dort Rehdantz erörtert
hat, beistimme. Auch jene andere Art von Interpolationen, die
in den eingeschobenen Proömien, Berechnungen und Recapitulationen
hervortritt, will ich nicht besonders besprechen. Es waren hier
gleichfalls verschiedene Hände thätig, wie schon der Umstand zeigt,
dass diese Interpolationen in den schlechten Handschriften noch
weiter geführt sind, z. B. im Eingänge des vierten Buches. Merkwürdig
ist, dass trotz der Bemerkung des Diogenes von Laertc II,
6, 13 Tr;v Ti ’Aväßeeaiv, rig -/.cczä ßcß'M'ov piv inoir/oe nrpoofpiov,
ölrig ov ein solches Prooemium beim sechsten Buche nicht erhalten
ist. Möglich, dass ein solches vorhanden war und dann verloren
gieng, worauf ein späterer Redactor eine neue Ahtheilung versuchte
und das Prooemium am Eingänge des dritten Capitels des sechsten