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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Xenophontische  Studien.

S93

Schon  aus  dem  eben  Bemerkten  ist  zu  ersehen,  dass  man  selbst
aus  den  Rasuren  in  C,  durch  welche  die  Züge  der  ersten  Hand  ausgetilgt ­
  worden  sind,  manchen  nicht  unwichtigen  Schluss  auf  die  ursprüngliche ­
  Überlieferung  ziehen  kann.  Einige  andere  Beispiele  werden ­
  dies  noch  klarer  machen.  I,  9,  19  schreibt  man  gewöhnlich  xai
o  oder  ä  insnaro  au  rtg  r,xiara  Küpov  sxpunrsv;  Cpr.  gibt  aber  xai
.  .  nsna  reg,  er  scheint  also  dasselbe  wie  DFO  und  Vind.
(nur  dass  dieser  äv  rtg  gibt),  gelesen  zu  haben,  nämlich  xai  rä  nsnaaro
  au  reg.  Auf  Grundlage  dieser  Leseart  hat  Dindorf  (zu  den
Comm.  I,  2,  29)  xai  ärra  nsnthrö  rtg  vorgeschlagen.  Davon  ist
nun,  wie  es  scheint,  xai  ärra  gelungen,  denn  xai  rd  kann  sehr  wol
aus  yärra  hervorgegangen  sein  ')>  dagegen  ist  nsnütro  nicht  nothwendig;
  nsnaro  nämlich  statt  snsnaro  steht  nach  der  bekannten
Manier  der  Abschreiber,  die  das  syllabische  Augment  beim  Plusquamperfectum
  gewöhnlich  auszulassen  pflegten,  wie  ja  die  schlechteren ­
  Handschriften  auch  hier  nsnaro  lesen.  Das  seltsame  au  bleibt
trotz  aller  Versuche  Kühner’s  und  Breitenbach’s  es  zu  erklären  unhaltbar, ­
  und  zwar  seiner  Stellung  wegen,  wornach  es  zu  xai  ärra.
insnaro  und  nicht  zum  Folgenden  gezogen  werden  muss;  denn  dass
au  rtg  mit  fjxtora  sxpunrsv  zu  verbinden  ist,  wird  man  Breitenbach
schwerlich  glauben.  Jacobs’  äst  befriedigt  ebenso  wenig.  Will  man
daher  nicht  mit  Dindorf  (praef.  ed.  Teubn.  p.  XIII)  annehmen,  dass
jenes  au  ursprünglich  am  Rande  beigeschrieben  war,  um  auf  eine
Leseart  nsnauoro  statt  nsnaaro  hinzudeuten,  wie  sie  sich  auch  im
Codex  K  findet,  so  könnte  man  vermuthen,  dass  AT  (AN)  aus  AH
entstanden  ist,  wie  denn  diese  Partikeln  öfters  mit  einander  verwechselt ­
  worden  sind.  So  hat  V,  7,  22  Rehdantz  (hg  o-n  xai  sojpaxorsg
statt  (hg  äv  xai  £.  und  Cobet  VII,  6,  16  sni  rourtp  ör]  söidou  statt
sni  rourtu  äv  sSidou  geschrieben,  obwol  freilich  an  diesen  beiden
Stellen  äv  auch  aus  äpa  entstanden  sein  kann.  —  I,  10,  5  scheinen
in  Cpr.  an  der  Stelle  von  r?  vor  ndvrsg  zwei  Buchstaben  gestanden

*)  Ein  anderes  Beispiel  der  Verwechslung  voll  i  und  r  linden  wir  I,  10,  3.  Dort
schreiben  nämlich  Dindorf*  Rehdantz,  Breitenbach  nach  CBA  aXXa,  während  man
früher  die  Leseart  der  übrigen  Codices  ra  aXXa  in  den  Text  aufgenommen  hatte.
Und  dieses  ra  aXXa  ist  durchaus  nothwendig  wegen  des  folgenden  7ravra.  Dabei
ist  klar,  wenn  man  raXXa  herstellt  (so  schreiben  immer  die  Codices  der  Anabasis)*
wie  leicht  r  nach  dem  vorhergehenden  xat  ausfallen  konnte.

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