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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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P  f  i  l  in  a  i  e  t

schenk  Schwerter  von  Kuen-ngu  und  rothe  Messer,  mit  denen  man
Edelsteine  zerschnitt,  als  oh  man  Lehm  zerschnitte.
Dasselbe  Buch  Lie-tse  sagt:
Unter  den  Menschen  von  Sung  war  Einer,  der  für  seinen
Landesherrn  Ulmenblätter  aus  Edelstein  verfertigte.  In  drei  Jahren
hatte  er  sie  vollendet.  Die  Spitzen  und  Speere,  die  Zweige  und
Blätter,  die  Haare  und  die  Stacheln  mengte  er  mannigfach  als  glanzvolle ­
  Gegenstände  unter  die  Ulmenblätter  auf  eine  Weise,  dass  man
es  nicht  unterscheiden  konnte.  Dieser  Mensch  bezog  bald  seiner
Kunstfertigkeit  willen  die  Einkünfte  des  Reiches  Sung.

Das  Buch  Yün-wen-tse  sagt:
Ein  Landmann  von  Wei  fand  in  der  Wildniss  einen  Edelstein,
der  einen  Schuh  im  Durchmesser  hatte.  Er  wusste  nicht,  dass  es  ein
Edelstein  sei  und  sagte  es  seinem  Nachbar.  Der  Nachbar  belog  ihn
und  sprach:  Dies  ist  ein  seltsamer  Stein.  Ihn  bei  sich  behalten,  ist
von  keinem  Nutzen.  —  Der  Landmann  zweifelte  zwar,  allein  er  nahm
ihn  und  legte  ihn  unter  den  Schuppen.  In  derselben  Nacht  erhellte
der  Glanz  des  Edelsteines  das  ganze  innere  Haus,  Das  Haus  gerieth
in  grosse  Furcht,  und  man  warf  ihn  eilig  in  die  Wildniss.  Der  Nachbar ­
  stahl  ihn  und  machte  ihn  dem  Könige  von  Wei  zum  Geschenk.
Der  König  von  Wei  rief  einen  Edelsteinschleifer,  damit  er  ihn
besichtige.  Als  der  Edelsteinschleifer  den  Edelstein  erblickte,  verbeugte ­
  ersieh  zweimal,  stand  zurückgezogen  und  sprach:  Ich  wage
es,  dem  grossen  Könige  dazu  Glück  zu  wünschen,  dass  er  den  kostbarsten ­
  Gegenstand  der  Welt  erlangt  hat.  Diess  ist  etwas,  das  ich
noch  nicht  gesehen  habe.
Der  König  fragte  um  den  Preis.  Der  Edelsteinschleifer  sprach:
Dieses  hat  keinen  Preis,  der  ihm  entspräche.  Eine  Hauptstadt  mit
fünffachen  Mauern  kann  hier  kaum  einmal  in  Betracht  gezogen
werden.  —  Der  König  verlieh  auf  der  Stelle  dem  Schenker  tausend
Pfunde  Goldes  und  liess  ihn  für  immer  den  Gehalt  eines  Grossen
des  Reiches  beziehen.

Das  Buch  Kuei-kö-tse  sagt:
Wenn  die  Menschen  von  Tsching  Edelsteine  wegführen,  laden
sic  sie  auf  einen  dem  Süden  vorstehenden  Wagen,  um  sich  nicht  zu

verirren.
            
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