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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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L  a  m  b  e  1

Bestimmung  aus  mir  unbekannter  Quelle  mit.  Glücklicher  war  ich  in
Ober  neukirchen,  wo  sich  ein  Ehafttaiding  von  1483  in  gleichalter
Aufzeichnung  und  in  Leonfelden,  wo  sich  ein  Taiding  von  1433
in  zwei  Handschriften  vorfand.  In  Reichenau,  von  wo  schon  durch
das  Museum  Franeisco-Carolinum  der  Commission  eine  Copie  der
Erneuerung  der  alten  Freiheiten  von  1493  zugekommen  war  (Siegel
a.  a.  0.  S.  369),  fand  ich  noch  eine  spätere  Erneuerung  ausgestellt
im  J.  1644,  und  in  Schenkenfelden  die  eollationirte  Abschrift
des  Ehafttaidings  dieses  Ortes  von  1636,  nach  der  die  Abschrift
v.  1737,  die  ich  im  Statthaltereiarchiv  zu  Linz  entdeckt  hatte,
angefertigt  ist  (s.o.  S.  333).  Die  Einsendung  dieser  älteren  Abschrift
verweigerte  der  Marktvorstand  Herr  Lor.  Benischek  trotz  allen  Vorstellungen, ­
  das  einzige  Beispiel,  das  mir  auf  der  ganzen  Reise  vorkam.
In  Freistadt  wurde  mir  im  herrschaftlichen  Archiv  ein  Verzeichniss
der  daselbst  befindlichen  Urkunden  freundlich  zur  Verfügung  gestellt;
ein  Weisthum  fand  ich  wider  Erwarten  nicht.  Im  städtischen  Archiv
war  eine  planmässige  Nachforschung  bei  dem  damaligen  Zustand
desselben  nicht  thunlich,  trotz  allem  freundlichen  Entgegenkommen:
sie  wäre  einer  Ordnung  des  Archivs  gleich  gekommen.  Ich  musste
mich  daher  mit  dem  Versprechen  der  Einsendung  begnügen,  falls
der  Zufall  etwas  ans  Licht  brächte,  um  so  mehr  als  der  Urlaub,  den
ich  zum  Zwecke  meiner  Reise  von  der  k.  k.  Hofbibliothek  erhalten
hatte,  bereits  zu  Ende  ging.  Somit  musste  ich  meine  Nachforschungen
für  diesmal  ahschliessen;  ist  das  Resultat  derselben  auch  gerade  kein
glänzendes,  so  hat  sie  doch  aus  fünfzehn  Orten  mit  Ausnahme  eines
einzigen  ganz  unbekannte  Taidinge  zum  Theil  in  mehrfacher  Abschrift ­
  eingebracht  und  der  Hoffnung  Raum  gegeben,  dass  weiteres
Nachspüren  nicht  ohne  Erfolg  bleiben  dürfte.
Im  Folgenden  stelle  ich  ein  alphabetisches  Verzeichniss  der
gefundenen  Stücke  nach  den  Orten  mit  kurzer  Beschreibung  der
Handschriften  und  Angabe  des  Fundortes  zusammen.
I.  Aigen.
A.  Pap.  17.  Jh.  48  beschriebene  Bll.  4°  im  Archiv  des  Klosters
Schlägl.  Kasten  B.  'Aigner  Marktsachen’.
Bl.  1".  'Priuilegien  vnd  freihaiten  denn  Marckt  Aygen  Betreffent’
(roth.)  Hierauf  folgen  bis  Bl.  ll a  Bestätigungsbriefe  (1362—1398).
ll a  unten  roth:  'Das  ehehafftäding  so  Järlich  in  Offner  besetzter
schranen  vnndter  dem  hellen  himell  verlesen  soll  werden’.
            
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