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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Beiträge  zur  Kenntniss  der  Pali-Sprache.

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Instrumental  Pluralis  hat  im  Pali  in  der  Form  -bhi  den  Labial  gerettet, ­
  während  im  präkritischen  hi,  hi  sich  keine  Spur  davon  entdecken
lässt.  Das  Neutrum  des  Pali  bietet  im  Nominativ,  Accusativ,  Vocativ
des  Plurals  die  Formen  -dni,  -ini,  -uni;  dieselben  Bildungen  lauten
im  Präkrit  in  -di,  -ii,  -ui  aus,  was  eine  Verflüchtigung  und  Verschmelzung ­
  des  Nasals  mit  dem  ihm  folgenden  Vocale  voraussetzt.
Die  Feminina  in  -d  haben  im  Präkrit  für  Genitiv,  Instrumental  und
Local  eine  einzige  Form  in  -de-di;  das  Pali  bietet  wohl  dieselbe
Erscheinung,  aber  seine  Form  in  äya  (aus  -ayd,  dyds,  diydi  und
dyäm  entstanden)  steht  den  ursprünglichen  Bildungen  näher.  Sie  bildet
gleichsam  den  Übergang  von  den  altindischen  zu  den  Präkritbildungen.

Ein  Zeichen  grösserer  Jugend  des  Präkrit  gegenüber  dem  Pali
dürfte  auch  die  Übertragung  des  -m  auf  den  Nominativ  der  Neutralthemen ­
  in  -i  und  -u  sein;  im  Päli  ist  dies  bekanntlich  nur  im  Accusativ ­
  gestattet.  In  dieselbe  Kategorie  gehörig  betrachten  wir  auch  die
Häufung  von  Suffixen  in  -hi-to,  -sii-to  =  -bhis  -f-  tas,  -suas  -f-  tas,
welche  an  spätere  Sprachzustände  erinnert  und  im  Pali  keine  Analogie ­
  findet.
Beim  Pronomen  sind  die  Päliformen  Instrum,  mayd,  tvayd,
tayd,  Gen.  Dat.  mayhä,  mayha,  tuyha,  tuyha  gegenüber  den  präkritischen
  Instr.  mae,  ma'i,  tue,  tai,  Gen.  maggha,  tuggha  hervorzuheben. ­
  Namentlich  die  beiden  letztem  sind  ohne  die  Päli-Mittelformen
  mit  den  altindischen  mahyä,  iubhyä  nicht  leicht  in  Zusammenhang ­
  zu  bringen,  daher  auch  Lassen,  der  dieses  Verhältniss  nicht
genügend  berücksichtigt  zu  haben  scheint,  die  Prakritformen  unrichtig ­
  erklärt  (Instit.  ling.  pracr.  p.  219  und  271).
In  Betreff  des  Verbums  zeigt  sich  das  Päli  den  Präkrit-Dialekten
  gegenüber  auf  einer  primitiveren  Stufe.  Schon  der  Besitz
zweier  so  wichtigen  Formen,  wie  sie  das  Päli  in  den  Aoristbildungen
aufweist,  spricht  für  eine  frische  Lebenskraft  der  Sprache.  Leider  sind
wir,  da  die  Belege  für  die  Präkritformen  dem  Drama  entnommen  sind,
und  epische  und  didaktische  Stücke  uns  gegenwärtig  mangeln,  über  den
Umfang  der  Verbalbildungen  nicht  so  genau  unterrichtet  als  es  die
Wichtigkeit  der  Sache  uns  wünschenswerth  erscheinen  Hesse.  Im
Ganzen  jedoch  dürfen  wir  die  grössere  Alterthiimlichkeit  auf  der
Seite  des  Päli  Yoraussetzen.
            
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