Beiträge zur Kenntniss der Pali-Sprache.
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Instrumental Pluralis hat im Pali in der Form -bhi den Labial gerettet,
während im präkritischen hi, hi sich keine Spur davon entdecken
lässt. Das Neutrum des Pali bietet im Nominativ, Accusativ, Vocativ
des Plurals die Formen -dni, -ini, -uni; dieselben Bildungen lauten
im Präkrit in -di, -ii, -ui aus, was eine Verflüchtigung und Verschmelzung
des Nasals mit dem ihm folgenden Vocale voraussetzt.
Die Feminina in -d haben im Präkrit für Genitiv, Instrumental und
Local eine einzige Form in -de-di; das Pali bietet wohl dieselbe
Erscheinung, aber seine Form in äya (aus -ayd, dyds, diydi und
dyäm entstanden) steht den ursprünglichen Bildungen näher. Sie bildet
gleichsam den Übergang von den altindischen zu den Präkritbildungen.
Ein Zeichen grösserer Jugend des Präkrit gegenüber dem Pali
dürfte auch die Übertragung des -m auf den Nominativ der Neutralthemen
in -i und -u sein; im Päli ist dies bekanntlich nur im Accusativ
gestattet. In dieselbe Kategorie gehörig betrachten wir auch die
Häufung von Suffixen in -hi-to, -sii-to = -bhis -f- tas, -suas -f- tas,
welche an spätere Sprachzustände erinnert und im Pali keine Analogie
findet.
Beim Pronomen sind die Päliformen Instrum, mayd, tvayd,
tayd, Gen. Dat. mayhä, mayha, tuyha, tuyha gegenüber den präkritischen
Instr. mae, ma'i, tue, tai, Gen. maggha, tuggha hervorzuheben.
Namentlich die beiden letztem sind ohne die Päli-Mittelformen
mit den altindischen mahyä, iubhyä nicht leicht in Zusammenhang
zu bringen, daher auch Lassen, der dieses Verhältniss nicht
genügend berücksichtigt zu haben scheint, die Prakritformen unrichtig
erklärt (Instit. ling. pracr. p. 219 und 271).
In Betreff des Verbums zeigt sich das Päli den Präkrit-Dialekten
gegenüber auf einer primitiveren Stufe. Schon der Besitz
zweier so wichtigen Formen, wie sie das Päli in den Aoristbildungen
aufweist, spricht für eine frische Lebenskraft der Sprache. Leider sind
wir, da die Belege für die Präkritformen dem Drama entnommen sind,
und epische und didaktische Stücke uns gegenwärtig mangeln, über den
Umfang der Verbalbildungen nicht so genau unterrichtet als es die
Wichtigkeit der Sache uns wünschenswerth erscheinen Hesse. Im
Ganzen jedoch dürfen wir die grössere Alterthiimlichkeit auf der
Seite des Päli Yoraussetzen.