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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

S40

Müller

(Varar.  I,  19)  nt  da  „Nest“  =  nedda,  u  —  o  (Vararuci  I,  20)
twula  „Mund,  Rüssel“  =  tonda.
Die  Vocale  e  und  o.
Auch  im  Prakrit  stellen  diese  Vocale  keine  Guna’s  dar,  sondern
sind  als  einfache,  mittelzeitige  (bald  kurze,  bald  lange)  Vocale  zu  betrachten. ­
  Vgl.  devva  (daiva),  nedda  (nida),  tellokka  (trailokya).
Ihrem  Ursprünge  nach  entsprechen  sie  sowohl  altindischen  e,  ö,  als
auch  ai,  an.
1.  e  =  altindisch  ai  (Vararuci  I,  3S)  trailokya  „Dreiwelt“  =
tellokka;  jedoch  wird  ai  im  Prakrit  auch  durch  ai  dargestellt  (Varar,
I,  36,  37),  vaira  Feindschaft  =  va'ira.  —  e  entspricht  auch  ay
(Vararuci  I,  5):  sundera,  aöchera,  peranta  (saundarya,  ägcarya.
paryanta).
2.  o  =  altindisch  au  (Vararuci  I,  41):  yauvana  „Jugend“  =
govvana;  au  wird  aber  im  Prakrit  auch  durch  aii  wiedergegeben
(Vararuci  I,  42):  paura  „Stadtbewohner“  =  paüra.
e  und  o  werden  aus  eya,  ava,  ayu  zusammengezogen.  (Vararuci ­
  I,  7,  8,  IV,  21)  kärayati  „er  lässt  machen“  =  käredi,  avaluisa
„Lachen“  —  ohasa,  lavana„Salz“  =  lona,  mayura  „Pfau“  =  mora.
Fälle  für  ai  =  i,  i  werden  von  Vararuci  I,  38,  39  und  von
au  —  u  I,  44  citirt.  —  sindhava,  dhira,  sundera  etc.
Bau  der  Silbe.
Der  Bau  der  Silbe  im  Prakrit  ist  jenem  im  Pali  analog;  auch
hier  wird  doppelte  Bezeichnung  der  Länge  durch  den  Vocal  und  die
Position  nicht  geduldet,  sondern  muss  Verkürzung  des  langen  Vocals
(seltener  Aufhebung  der  Verdoppelung)  eintreten;  vgl.  Lassen,  In-^stitutiones
  linguae  präcriticae,  pag.  138.
Anlaut.
Im  Anlaute  werden  nur  einfache  Consonanten  geduldet;  Consonantengruppen
  müssen  entweder  nach  denselben  Gesetzen  wie  im
Pali  zerstört  oder  durch  Einschub  von  dazwischentretenden  kurzen
Vocalen  auseinander  gehalten  werden.
Über  den  Einschub  von  Vocalen  handelt  Vararudi  III,  60,  62,
63,  64.  —  kilittha,  sin,  salähä  etc.
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