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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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Müller

Die  dritte  Person  der  Perfectform  erscheint  innerhalb  der
semitischen  Sprachen  durchgehends  ohne  ein  directes  Personalzeichen; ­
  es  werden  nur  Geschlecht  und  Zahl  an  derselben  bezeichnet.
Auf  eine  Identität  des  Verbums  und  Nomens  daraus  einen
Schluss  abzuleiten,  wie  Schleicher  thut,  und  dem  semitischen  Verbum
darum  den  reinen  Verbalcharakter  abzuspreelien,  ist  schon  desswegen
  nicht  gestattet,  weil  einerseits  dem  Verbum  jeder  Casusausdruck ­
  fehlt,  der  das  Nomen  genau  kennzeichnet  (ausser  dort  wo  der
Yocalische  Auslaut,  mithin  auch  der  Ausdruck  für  den  Casus  grösstentheils
  abgefallen  ist),  andererseits  am  Verbum  nur  die  alte  Numerusbezeichnung ­
  sich  riachweisen  lässt.  Ein  Femininum  katäb-iia  gegenüber ­
  einem  Femininum  kätib-ät-ü  setzt  eine  lange  Trennung  der
beiden  Kategorien  voraus  und  erlaubt  uns  keinesfalls,  Nominal-  und
Verbalausdruck  ohne  weiteres  für  identisch  zu  erklären.
Die  Anfügung  der  Pronominalelemente  an  den  Verbalstamm
in  der  Perfectform  dürfte  doch  nicht  so.  lose  und  äusserlich  stattgefunden ­
  haben,  als  Schleicher  in  der  am  Anfänge  citirten  Abhandlung ­
  anuehmen  zu  müssen  glaubt.  Gerade  so  wie  auf  indogermanischem ­
  Gebiete  bhard-m-as-i  nicht  aus  bhara  und  dem
Plural  von  ma  zusammengesetzt  ist,  sondern  vielmehr  eine  Pluralbildung ­
  von  bharä-m-i  darstellt,  gerade  so  wie  bhara-t-cis-i  als
Plural  auf  einen  Singular  bliara-tv-i  (bhara-s-i)  zurückgeht,  ebenso ­
  dürfen  wir  katdbtum  nicht  aus  kdtaba  und  -tum  zusammengesetzt ­
  erklären,  sondern  müssen  in  demselben  vielmehr  eine  alte
Pluralbildung  aus  kutubta  erblicken.
Diese  Annahme  zeigt  sich  um  so  nothwendiger  als  wir  die
Bildung  der  Dauerform  näher  untersuchen  und  zur  Vergleichung
herbeiziehen.
Diese  Form  zeigt  in  Betreff  der  Pronominalelemente  gegenüber
der  Perfectform  manche  nennenswerthe  Abweichungen,  welche  wohl
in  der  verschiedenen  Stellung  und  Accentuirung  derselben  ihren
Haupfgrund  haben  dürften.  In  vollkommener  Übereinstimmung  befindet ­
  sich  in  beiden  Bildungen  nur  der  Stamm  der  zweiten  Person
ta-,  während  die  erste  Person  in  der  Einzahl  ’a-,  in  der  Vielzahl
na-,  die  dritte  Person  im  Masculinum  ya-  oder  na-  (im  Syrischen)
und  im  Femininum  ta-  bieten.
Trotz  der  verschiedenen  Form  hängen  diese  Präfix-Elemente
im  tiefsten  Grunde  mit  den  Suffixen  der  Perfectform  zusammen.  Das
            
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