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Müller
Die dritte Person der Perfectform erscheint innerhalb der
semitischen Sprachen durchgehends ohne ein directes Personalzeichen;
es werden nur Geschlecht und Zahl an derselben bezeichnet.
Auf eine Identität des Verbums und Nomens daraus einen
Schluss abzuleiten, wie Schleicher thut, und dem semitischen Verbum
darum den reinen Verbalcharakter abzuspreelien, ist schon desswegen
nicht gestattet, weil einerseits dem Verbum jeder Casusausdruck
fehlt, der das Nomen genau kennzeichnet (ausser dort wo der
Yocalische Auslaut, mithin auch der Ausdruck für den Casus grösstentheils
abgefallen ist), andererseits am Verbum nur die alte Numerusbezeichnung
sich riachweisen lässt. Ein Femininum katäb-iia gegenüber
einem Femininum kätib-ät-ü setzt eine lange Trennung der
beiden Kategorien voraus und erlaubt uns keinesfalls, Nominal- und
Verbalausdruck ohne weiteres für identisch zu erklären.
Die Anfügung der Pronominalelemente an den Verbalstamm
in der Perfectform dürfte doch nicht so. lose und äusserlich stattgefunden
haben, als Schleicher in der am Anfänge citirten Abhandlung
anuehmen zu müssen glaubt. Gerade so wie auf indogermanischem
Gebiete bhard-m-as-i nicht aus bhara und dem
Plural von ma zusammengesetzt ist, sondern vielmehr eine Pluralbildung
von bharä-m-i darstellt, gerade so wie bhara-t-cis-i als
Plural auf einen Singular bliara-tv-i (bhara-s-i) zurückgeht, ebenso
dürfen wir katdbtum nicht aus kdtaba und -tum zusammengesetzt
erklären, sondern müssen in demselben vielmehr eine alte
Pluralbildung aus kutubta erblicken.
Diese Annahme zeigt sich um so nothwendiger als wir die
Bildung der Dauerform näher untersuchen und zur Vergleichung
herbeiziehen.
Diese Form zeigt in Betreff der Pronominalelemente gegenüber
der Perfectform manche nennenswerthe Abweichungen, welche wohl
in der verschiedenen Stellung und Accentuirung derselben ihren
Haupfgrund haben dürften. In vollkommener Übereinstimmung befindet
sich in beiden Bildungen nur der Stamm der zweiten Person
ta-, während die erste Person in der Einzahl ’a-, in der Vielzahl
na-, die dritte Person im Masculinum ya- oder na- (im Syrischen)
und im Femininum ta- bieten.
Trotz der verschiedenen Form hängen diese Präfix-Elemente
im tiefsten Grunde mit den Suffixen der Perfectform zusammen. Das