Der Verbalausdruck im semitischen Sprachkreise.
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und ama-s, altindisch deva-s und a-bodha-s lautlicli einander gleich
sind, ja sogar das schliessende s beiderseits höchst wahrscheinlich
auf ein älteres t zurückgeht (ta-d, tv-am), so sind sie nichts desto
weniger von einander himmelweit verschieden.
Da wir im Verlaufe unserer Abhandlung nicht umhin können
werden, auf das Pronomen der semitischen Sprachen im Allgemeinen
einen Blick zu werfen und sowohl hier als auch beim Verbum auf
die Zahlenbildung und ähnliches dem Nomen im engeren Sinne
Zukommende einzugehen, so erscheint es uns nothwendig, die
Flexion des semitischen Nomens einer kurzen Betrachtung zu unterziehen.
Das semitische Nomen besass in der ältesten Zeit nur drei
lautlich von einander geschiedene Casusformen, nämlich: Nominativ,
Genitiv und Accusativ.
Zeichen des Nominativs ist das Pronomen der dritten Person
hu, analog dem s der indogermanischen Sprachen, welches bekanntlich
auf den Pronominalstamm ta zurückgeht. Daher lautet der
Nominativ vom Stamme kätiba: kätib-u (scribent-s).
Zeichen des Genitivs ist das Adjectivsuffix -i, welches bekanntlich
innerhalb der semitischen Sprachen Adjectiva relativa
bildet. Die indogermanischen Suffixe -as und -sya (-tya) dürften
verwandten Ursprungs sein. Bekannt ist, dass viele der jüngeren
indogermanischen Sprachen den Genitiv ganz verloren haben und
ihn durch reine Adjectivbildungen ersetzen müssen. Der Genitiv des
Stammes kätiba lautet demnach kätib-i.
Zeichen des Accusativs ist der Deutestamm an. Der Accusativ
von kätiba lautet demnach kätib-an.
Die alte semitische Sprache scheint einen Artikel -am, -an
besessen zu haben, dessen Spuren sich besonders im Assyrischen
und in den aramäischen Sprachen (wo der Nasal schwand und ä
allein übrig blieb) nachweisen lassen 1 ). Dieser Artikel hing sich
an die Casusendungen und schmolz mit denselben zusammen.
Dadurch wurden die Vocallängen der letzteren gekürzt bis auf das
a des Accusativs, welches bekanntlich oft eine Ausnahme von dieser
Regel bildet.
Vgl. Oppert. Grammaire assyrienne p. 11.