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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Der  Verbalausdruck  im  semitischen  Sprachkreise.

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Dass  die  Passivform  Anfangs  wirklich  kütaba  u.  s.  w.  lautete,
nicht  kütiba,  wie  im  Arabischen,  dies  beweisen  deutlich  die  hebräischen ­
  Bildungen  Pu'dl  und  Hoph'dl,  welche  das  a  in  der  zweiten
Silbe  noch  rein  erhalten  haben.  Die  Schwächung  des  auf  u  folgenden ­
  a  in  i  datirt  aus  späterer  Zeit.
Was  nun  den  oben  berührten,  der  Verbalbildung  zu  Grunde
liegenden  Gegensatz  zwischen  abgeschlossener  und  dauernder  Handlung ­
  betrifft,  so  scheint  er,  wie  auf  indogermanischem  Gebiete,  auch
hier  sich  nach  und  nach  entwickelt  zu  haben.  Anlass  zu  demselben ­
  bot  wahrscheinlich  die  verschiedene  Stellung  der  das  Verbum
charakterisirenden  Pronominalelemente  zu  dem  mit  ihnen  verbundenen
Verbalstamme.  Anfangs  scheinen  die  Pronomina  dem  Verbalstamme
—  ohne  einen  Unterschied  in  der  Bedeutung  zu  begründen  —  bald
vorgesetzt,  bald  angefügt  worden  zu  sein.  Während  aber  manche
der  semitischen  Sprachen  gleich  von  Anbeginn  sich  für  das  eine
oder  das  andere  Princip  —  nicht  eben  zu  ihrem  Vortheile  —  entschieden, ­
  wie  z.  B.  das  Assyrische,  welches  nur  die  Präfixbildung
kennt,  behielten  andere  diese  ursprüngliche  Freiheit  sich  lange  vor,
um  sie  später  für  höhere  Zwecke  zu  verwenden.
Man  fing  nämlich  nach  und  nach  an,  jene  Form,  in  welcher
die  Pronominalstämme  an  den  Verbalstamm  angefügt  erschienen,
als  Ausdruck  für  die  abgeschlossene  Handlung  zu  gebrauchen,  jene
Form  dagegen,  in  welcher  die  Pronominalstämme  dem  Verbalstamme
vorgesetzt  wurden,  zur  Darstellung  der  sich  entwickelnden  Handlung
zu  verwenden.  In  dieser  Weise  stehen  sich  die  arabischen  Formen
(iakattdb-ta),  »JUdlC  (takdtdib  -  tu)  und  (td-takdttaba),
  (ta-takataba)  gegenüber,  von  denen  die  ersteren
durch  Suffigirung,  die  letzteren  dagegen  durch  Präfigirung  des
Pronominalelementes  der  zweiten  Person  ta  an  die  Verbalstämme
takdttaba,  takätaba  gebildet  erscheinen.
Nachdem  der  Unterschied  der  beiden  Formen  äusserlich  fixirt
war,  ging  die  Differenzirung  derselben  auch  im  Inneren  immer  mehr
und  mehr  weiter.  Man  begann  auch  den  Stamm  der  Dauerform
gegenüber  jenem  der  Perfectform  im  Geiste  des  Semitismus  von
innen  aus  eigenthümlich  zu  gestalten.  So  trat  dann  dem  Perfectstamme
  kditubu  ein  Dauerstamm  kdtuba,  dem  Perfectstamme  gdlasa
ein  Dauerstamm  gdlisa  (vgl.  das  oben  über  fdriya  und  y/dsuna
            
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