Der Verbalausdruck im semitischen Sprachkreise.
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Dass die Passivform Anfangs wirklich kütaba u. s. w. lautete,
nicht kütiba, wie im Arabischen, dies beweisen deutlich die hebräischen
Bildungen Pu'dl und Hoph'dl, welche das a in der zweiten
Silbe noch rein erhalten haben. Die Schwächung des auf u folgenden
a in i datirt aus späterer Zeit.
Was nun den oben berührten, der Verbalbildung zu Grunde
liegenden Gegensatz zwischen abgeschlossener und dauernder Handlung
betrifft, so scheint er, wie auf indogermanischem Gebiete, auch
hier sich nach und nach entwickelt zu haben. Anlass zu demselben
bot wahrscheinlich die verschiedene Stellung der das Verbum
charakterisirenden Pronominalelemente zu dem mit ihnen verbundenen
Verbalstamme. Anfangs scheinen die Pronomina dem Verbalstamme
— ohne einen Unterschied in der Bedeutung zu begründen — bald
vorgesetzt, bald angefügt worden zu sein. Während aber manche
der semitischen Sprachen gleich von Anbeginn sich für das eine
oder das andere Princip — nicht eben zu ihrem Vortheile — entschieden,
wie z. B. das Assyrische, welches nur die Präfixbildung
kennt, behielten andere diese ursprüngliche Freiheit sich lange vor,
um sie später für höhere Zwecke zu verwenden.
Man fing nämlich nach und nach an, jene Form, in welcher
die Pronominalstämme an den Verbalstamm angefügt erschienen,
als Ausdruck für die abgeschlossene Handlung zu gebrauchen, jene
Form dagegen, in welcher die Pronominalstämme dem Verbalstamme
vorgesetzt wurden, zur Darstellung der sich entwickelnden Handlung
zu verwenden. In dieser Weise stehen sich die arabischen Formen
(iakattdb-ta), »JUdlC (takdtdib - tu) und (td-takdttaba),
(ta-takataba) gegenüber, von denen die ersteren
durch Suffigirung, die letzteren dagegen durch Präfigirung des
Pronominalelementes der zweiten Person ta an die Verbalstämme
takdttaba, takätaba gebildet erscheinen.
Nachdem der Unterschied der beiden Formen äusserlich fixirt
war, ging die Differenzirung derselben auch im Inneren immer mehr
und mehr weiter. Man begann auch den Stamm der Dauerform
gegenüber jenem der Perfectform im Geiste des Semitismus von
innen aus eigenthümlich zu gestalten. So trat dann dem Perfectstamme
kditubu ein Dauerstamm kdtuba, dem Perfectstamme gdlasa
ein Dauerstamm gdlisa (vgl. das oben über fdriya und y/dsuna