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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Der  Verbalausdruck  im  semitischen  Sprachkreise.

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rere  Formen,  welche  zwar  nicht  gleichen  Alters  und  Ursprungs,
aber  doch  gleicher  oder  wenigstens  verwandter  Bedeutung,  die
Handlung  als  eine  sich  entwickelnde  darstellen,  während  den  semitischen ­
  Sprachen  hlos  eine  einzige  Form  zur  vollen  Verfügung
steht.
Dagegen  steht  den  semitischen  Sprachen  ein  anderes  Mittel  zu
Gebote,  welches  den  indogermanischen  in  diesem  Umfange  mangelt-Sie
  sind  nämlich  im  Stande,  verschiedene,  mit  der  Ausübung  der
Handlung  in  Bezug  auf  das  Subject  und  Object  im  Zusammenhänge
stehende  Accidentien,  sowie  deren  Stärke  und  Effect  und  ähnliche
Punkte  im  Baue  des  Verbalthemas  selbst  zur  Anschauung  zu  bringen,
und  dies  mit  einer  Durchsichtigkeit  und  Consequenz,  welche  kaum
irgendwie  ühertroffen  werden  können.
Das  einfachste,  dem  Verbalausdruck  zu  Grunde  liegende  Nominalthema ­
  ist  innerhalb  der  semitischen  Sprachen  seiner  Form  nach
ursprünglich  stets  dreisilbig.  Jede  Silbe  beginnt  mit  einem  Consonanten
  und  schliesst  mit  einem  Vocale.  Dieser  ist  entweder  durehgehends
  der  Urvocal  a  (kdtabaj  oder  auf  der  mittleren  Silbe  i
(färi'/a)  oder  u  ('/'asunu).  Mit  dieser  Anfangs,  wie  es  scheint,  indifferenten ­
  Lautschattirung  wurde  später  eine  bestimmte  Bedeutung
verbunden.
In  den  dreisilbigen  Nominalthemen  ist  der  semitische  Wurzelschatz, ­
  bereits  verarbeitet,  gelegen.  Es  sind  durchgehends  Ausdrücke
für  feste,  abgerundete  Anschauungen,  aus  denen  die  zu  Grunde  liegenden ­
  Abstractionen  loszuschälen  (ein  Geschäft,  welches  den
Sprachforscher  über  den  Semitismus  hinausführt  und  ihm,  bei  der
Dunkelheit  der  dahin  gehörigen  Zustände,  jeden  positiven  Halt  rauht)
auch  dem  glücklichsten  Scharfsinne  kaum  je  gelingen  dürfte.
Die  Bedeutung,  welche  den  oben  berührten  Lautdifferenzen
a,  i,  u  innerhalb  des  einfachen  dreisilbigen  Nominalthemas  innewohnt, ­
  steht  mit  der  symbolischen  Bedeutung  und  übrigen  Verwendung ­
  derselben  in  vollem  Einklänge.  Der  Urvocal  a  bezeichnet  eine
Handlung  oder  einen  Zustand,  der  über  das  Subject  hinausgeht,  während ­
  i  und  u  Zustände  bezeichnen,  welche  innerhalb  des  Subjectes
verbleiben.  Der  Unterschied,  welcher  zwischen  i  und  u  obwaltet,  ist
der,  dass  i  Zustände  anzeigt,  welche  sich  einstellen  und  später  wieder ­
  vorübergehen  können,  u  dagegen  Zustände,  welche  dem  Subjecte
  inhäriren.  Es  wird  daher  in  der  Regel  zur  Bezeichnung  von
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