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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Über  den  accusativus  cum  infinitivo.

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sprung  ungefähr  dieselben  Gründe  angeführt  werden  könnten,  die
gegen  die  Gothicitiit  und  Slovenicität  des  accusativus  cum  infinitivo
geltend  gemacht  werden,  ungeachtet  daran  nicht  gezweifelt  werden
kann,  dass,  wennGothe  und  Slovene  dem  griechischen  Text  sklavisch
gefolgt  wären,  wir  in  den  Sprachen  beider  einen  absoluten  Genitiv,
nicht  einen  absoluten  Dativ  hätten.
Man  kann  gegen  meine  Darstellung  einwenden,  dass,  während
Bopp  und  die  übrigen  Sprachforscher,  deren  Ansichten  hier  bestritten
werden,  den  Accusativ  erklären,  nämlich  als  den  der  Beziehung
u.  s.  w.,  derselbe  nach  meiner  Auffassung  unerklärt  bleibe;  vom
Dativ  gelte  dasselbe.  Darüber  ist  folgendes  zu  bemerken:  Da  uns
die  ursprüngliche  d.  i.  die  mit  seiner  Entstehung  zusammenhängende
Bedeutung  des  Accusativs  ein  Geheimniss  ist  und  auch  für  alle  Zukunft ­
  ein  solches  bleiben  wird,  so  können  auch  die  Gegner  nicht  an
die  Zurückführung  der  Bedeutung  des  Accusativs  in  diesem  bestimmten ­
  Falle  auf  die  Urbedeutung  des  Accusativs  denken.  Der  Unterschied ­
  zwischen  der  Auffassung  meiner  Gegner  und  der  meinigen
besteht  demnach  in  dieser  Richtung  darin,  dass  z.  B.  nach  Bopp
dieser  Accusativ  bei  dem  Accusativ  der  Beziehung  abzuhandeln,
während  nach  meiner  Ansicht  in  der  Syntax  des  griechischen,  lateinischen, ­
  gothischen,  althochdeutschen  und  altslovenischenin  einer  neu
zu  eröffnenden  Rubrik  die  Regel  zu  registrieren  wäre:  der  Accusativ
kann  das  Subject  des  Infinitivs  bezeichnen.  Dieselbe  Regel  wäre  in  der
gothischen  und  altslovenischen  Syntax  beim  Dativ  zu  verzeichnen.
Wenn  wir  das  verbum  finitum  mit  dem  Infinitiv  und  mit  dein
abstraeten  Verbalnomen  hinsichtlich  der  Bezeichnung  des  Subjectes
und  des  Objectes  vergleichen,  so  finden  wir  folgende  Unterschiede:
I.  Das  Subject  des  Verbum  finitum  wird  durch  den  Nominativ  ausgedrückt. ­
  Das  Subject  des  Infinitivs  wird  nie  durch  den  Nominativ,
sondern  entweder  durch  den  Accusativ  oder  durch  den  Dativ  bezeichnet. ­
  Der  Grund  dieser  Verschiedenheit  kann  nur  in  dem  nominalen
Ursprung  des  Infinitivs  liegen.  Im  altslovenischen  findet  man  auch
bei  dem  abstraeten  Verbalnomen  das  Subject  im  Dativ.  II.  Das  Object
des  Infinitivs  stellt  in  demselben  Casus,  in  welchem  es  bei  dem  verbum ­
  finitum  steht.  Bei  dem  abstraeten  Verbalnomen  weicht  der  Accusativ ­
  dem  Genitiv:  jener  erhält  sich  nur  ausnahmsweise.
Wenn  Wilhelm  von  Humboldt  die  Ansicht  ausspricht,  dass  der
Infinitiv  mit  der  Bestimmung  (durch  den  Artikel)  auch  unmittelbar
            
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