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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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M  i  k  I  o  s  i  c  h

gotliischen  sonst  der  Accusaliv  niemals  das  Verhältniss  „in  Bezug:
auf“  ausdrückt.  Auch  geht  Ulfdas  dieser  Constructions-Art  gerne  aus
dem  Wege,  wie  er  dadurch  beweist,  dass  er  öfter  die  infinitive  Construction
  des  Urtextes  in  eine  verbale  mit  der  Conjunction  „ei,  dass“
umwandelt,  oder  statt  des  Accusativs  der  Person  den  Dativ  setzt,
sei  es  im  eigentlich  dativen  oder  im  instrumentalen  Verhältniss.  Im
letzteren  Falle  folgt  er  zwar  dem  griechischen  Texte  von  Wort  zu
Wort,  allein  die  Construction  wird  doch  durch  die  Umwandlung  des
Accusativs  in  einen  Dativ  eine  wesentlich  verschiedene  und  eine
solche,  welcher  wir  auch  im  neuhochdeutschen  ohne  grossen  Zwang
folgen  können,  z.  B.  luc.  IS.  25:  rathizo  allis  ist  ulbandau  thairh
thairko  nethlos  thairhleithan  thau  gabigamma  in  thiudangardja  guth
galeithan  ivy.oKchrspov  ydp  sgti  xdp.y),ov  dicc.  rpvp.oOdäg  papidog
scgzaBiiv  ?;  nlovaiov  eig  rrjv  ßocGiAsiuv  rov  Ssov  cIgsaSslv  denn  leichter
ist  dem  Kameel  (das)  durch  die  Öffnung  einer  Nadel  Durchgehen
als  dem  Reichen  (das)  in  das  Reich  Gottes  Eingehen;  luc.  16.  22:
varth  than  gasviltan  thamma  unledin  iyivsro  di  dnod-msiv  röv  tttcoyäv
  es  ward  aber  Sterben  durch  den  Armen;  luc.  6.1:  varth  gaggan
imma  thairh  atisk  iyivsro  diaKoptOsG^cu  ocvrov  dta.  rüv  GKopip,o>v  es
ward  Gehen  durch  ihn  durch  das  Kornfeld.  Dagegen  hat  1.  cor.  7.
26.  schon  der  griechische  Text  den  Dativ:  y.cclöv  dvSpwxcp  r6  ovrug
slvat  goth  ist  mann  sva  visan  gut  ist  dem  Menschen  so  sein.  So
marc.  9.  45:  y.a.lov  ian  goi  elgsASsiv  stgrriv  yjxtkov  r,  roi>g  ovo  r.odag
  iyovra  ßX'ij-9'rjvat  äg  rr t v  yisvvocv  goth  thus  ist  galeithan  in  libain
haltamma  thau  tvans  fotuns  habandin  gavairpan  in  gaiainan  besser
(gut)  ist  dir  Gehen  in  das  Leben  lahm  (lahmem)  als  zwei  Füsse  habend ­
  (habendem)  Werfen  (das  Werfen  =  Geworfen-  werden)  in  die
Hölle.  Der  Umschreibung  mit  „ei,  dass“  bedient  sich  Ulfdas  z.  B.
eph.  1.  4:  ei  sijaima  veis  veihai  jah  unvammai  eivau  rip.äg  äyiovg
xai  dp.chp.ovg  dass  wir  seien  heilig  und  unbefleckt;  4.  22:  ei  aflagjaitli
  jus  thana  fairnjan  mannan  diroSioSou  vpäg  rdv  nalaidv  dv-Spomov.
  Anders  als  mit  den  hier  besprochenen  graecisierenden  Constructionen
  des  Infinitivs,  wo  der  Accusativ  der  Person  nur  ein
Nebenverhältniss  ausdrückt,  welches  wir  durch  „in  Bezug  auf“  oder
„betreffend“  umschreiben  müssen,  verhält  es  sich  mit  solchen,  wo
der  Accusativ  der  Person,  eben  so  wie  der  des  Infinitivs,  vom  Verbum
regiert  wird.  Wenigstens  glaube  ich  nicht,  dass  Sätze  wie:  „ich  sah
ihn  fallen,  ich  hörte  ihn  singen,  ich  hiess  ihn  gehen,  lass  mich  gehen“
            
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