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Miklosich
den Accusativ des Infinitivs und den einer Person regiert, wie: „ich
sah ihn fallen“, vergl. gramm. 3. 236. 321, von jenen Construetionen,
in denen der Accusativ weder vom Verbum noch vom Infinitiv
als Object-Casus regiert werde, sondern, wie im griechischen Text,
das Verhältniss „in Bezug auf“ ausdrückc, welches Verhältniss zwar
dem griechischen Accusativ sehr geläufig (ttooag ov.6g, 5p.p.ara
x«Äö?), dem Gothischen aber, ausser in der Construction mit dem
Infinitiv, fremd sei. „Den Infinitiv fasse ich in solchen Sätzen, sagt
Bopp, in den beiden Sprachen als Subject und somit als Nominativ,
und das Verbum nicht mit v. d. Gabelentz und Loebe (gramm.
pag. 249. 3.) als unpersönlich, obgleich wir es durch „es geschah, es
gefiel, es geziemt“ u. s. w. übersetzen können, sondern für eben so
persönlich, als wenn wir z. B. sagen: Sitzen ist angenehmer als
Stehen; das Aufstehen ist an der Zeit, ist jetzt geziemend; Eingehen
ist leicht. Das Eigenthümliche in den betreffenden griechischen und
gothischen Constructionen ist nur, dass_ der Infinitiv nicht wie ein
gewöhnliches Abstractum den Genitiv regieren kann, dass also im
griechischen z. B. nicht gesagt werden kann: rav otipxvov /.cd rrjg
yrig napslSsTv, und im gothischen nicht: liimins jah airthos hindarleithan,
sondern dass in beiden Sprachen die Person oder Sache,
worauf die durch den Infinitiv ausgedrückte Handlung sich bezieht,
in den Accusativ gesetzt werden muss, indem der Infinitiv weder die
nähere Bestimmung durch ein Aüjectiv noch durch einen Genitiv
verträgt, selbst da nicht, wo der griechische Infinitiv durch den Vorgesetzten
Artikel noch mehr, als er es von selbst schon ist, substantiviert
wird. Von den Beispielen, welche von der Gabelentz und Loebe
1. c. zusammengestellt haben, muss das erste: varth afslauthnan
allans. luc. 4. 36, am meisten auffallen, weil der griechische Text
(e^Ivsto 3-dp.ßog irri ixavrag) keine Veranlassung zu einer dem gothischen
ungeläufigen Construction gibt. Sehr gezwungen würde in der
That die gothische Übersetzung erscheinen, wenn „varth“ hier dem
Sinne nach unserm „ward“ entspräche, so dass man wörtlich übersetzen
müsste: es ward Entsetzen (in Bezug auf) alle, oder: Entsetzen
ward (in Bezug auf) alle. Da aber das gothische „vairthan“, wie die
genannten Gelehrten in ihrem Glossar gezeigt haben, auch „kommen“
bedeutet (man berücksichtige den Zusammenhang der gothischen
Wurzel varth mit der Skr.-Wurzel vart, vrt gehen und dem lat.
verto), so fasse ich hier allans als den von einem Verbum der Be-