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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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M  i  k  1  o  s  i  c  h

].  Erklärung  ans  dem  Ycrhältniss  des  Infinitivs  als  des  grammatischen
Objects  der  inssage  oder  als  des  logischen  Objectes  des  Gedankens.
Diese  Erklärung  lautet  in  der  Fassung  G.  F.  Schoemann’s  folgendermassen
  :  Dass  die  Subjectsangabe  beim  Infinitiv  nicht  im
Subjectscasus  oder  im  Nominativ,  sondern  im  Objectscasus  oder  im
Accusativ  auftritt,  ist  darin  begründet,  dass  der  Infinitiv  immer,  wenn
auch  nicht  grammatisches  Object  der  Aussage,  doch  logisches  Object ­
  des  Gedankens  ist.  Die  Lehre  yoii  den  Redetheilen  pag.  46.  Der
Infinitiv  wird  sammt  seinem  Subjecte  als  logisches  Object  behandelt
und  tritt  demgemäss  auch  im  Objectscasus  auf.  47.  Im  Satze  „roävayiyvwax.zw
  roug  ncüdco;“  steht  der  Accusativ  toüs  naidag.,  weil
der  Infinitiv,  auch  wenn  er  im  Satze  als  grammatisches  Subject  erscheint, ­
  doch  immer  als  logisches  Object  genommen  wird.  ibid.
Dass  diese  Deutung  unrichtig  ist,  ergibt  sich  mir  aus  folgender
Erwägung:  Nach  dieser  Theorie  sind  zwei  Fälle  zu  unterscheiden.
Im  ersten  Falle  tritt  der  Infinitiv  als  grammatisches  Object  der  Aussage ­
  auf.  Hier  scheint  der  Accusativ  des  Subjectes  sich  mit  Nothwendigkeit
  zu  ergeben.  Allein  dies  scheint  nur  so,  da  der  Satz:  „wenn
an  die  Stelle  des  Verbum  finitum  der  Infinitiv  tritt,  und  dieser  das
Object  der  Aussage  bildet,  so  muss  der  Nominativ  durch  den  Accusativ ­
  ersetzt  werden,“  durch  keine  Analogie  gestützt  werden  kann.
Wenn  gefragt  wird,  welcher  Casus  in  diesem  Falle  einzutreten  habe,
kann  bei  dem  Mangel  jeder  Analogie  nur  mit  einem  non  liquet  geantwortet ­
  werden.  Man  darf  sich  durch  das  grammatische  Object
nicht  imponieren  lassen,  denn  dieser  Ausdruck  ist  im  günstigsten
Falle  nur  auf  den  Infinitiv,  nicht  auf  das  Subject  desselben  anwendbar. ­
  Im  zweiten  Falle  tritt  der  Infinitiv  nicht  als  grammatisches  Object ­
  der  Aussage  auf,  hier  schwindet  auch  der  scheinbare  Grund,  der
im  ersten  Falle  für  das  Eintreten  des  Accusativs  angeführt  wurde.
Wenn  gesagt  wird,  dass  dann  der  Infinitiv  immer  doch  logisches
Object  des  Gedankens  ist,  so  ist  dem  einfach  die  wohl  allgemein
anerkannte  Bemerkung  entgegenzustellen,  dass  die  Casus  nicht  logische, ­
  sondern  grammatische  Verhältnisse  ausdrücken.
Schoemann  46.  bemerkt,  diese  allein  genügende  Erklärung  des
von  vielen  sehr  einseitig  und  ungenügend  erklärten  accusativus  cum
            
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