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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Miklosieh.  Über  den  aceusativus  cum  infinitivo.

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Über  den  aceusativus  eum  infinitivo.
Von  Dr.  Franz  Miklosieh.
Die  lateinische  Grammatik  lehrt,  dass,  wenn  der  Infinitiv  sein
eigenes  Subject  hei  sich  hat,  dieses  im  Accusativ  steht,  Zumpt.
Achte  Ausgabe  §.  599,  daher  victorem  parcere  victis  aequum  est;
Orpheum  poetam  docet  Aristoteles  numquam  fuisse.  Dasselbe  lehrt
die  griechische  Grammatik,  Krüger  §.  55,  daher  reSvapsvca  yäp
v.aAöv  cvi  Ttpop.ä.-yoiai  neaovrot  ävop'  ayaSovi  vjyysiAav  töv  Küpov
vtxfjaou.  Derselbe  Accusativ  ist  auch  namentlich  in  den  älteren  Denkmälern ­
  der  romanischen  Sprachen  nachweisbar.  Diez,  III.  Zweite  Ausgabe, ­
  pag.  237—241.  Der  in  dieser  Verbindung  das  Subject  bezeichnende ­
  Accusativ  hat  den  Scharfsinn  der  Grammatiker  seit  Apollonius  im
zweiten  Jahrhundert  unserer  Zeitrechnung  beschäftigt.  Die  gegebenen
Erklärungen  zu  prüfen  und  für  die  mir  richtig  scheinende  einen
neuen  Grund  aus  der  vergleichenden  Sprachwissenschaft  ins  Feld
zu  führen,  ist  die  Aufgabe  dieser  Zeilen.
Nach  den  Ansichten  der  Grammatiker  ist  der  Grund  dieses  Accusativs
  zu  suchen  1.  in  dem  Verhältniss  des  Infinitivs  als  des  grammatischen ­
  Objects  der  Aussage  oder  als  des  logischen  Objectes  des
Gedankens;  2.  in  dem  den  Accusativ,  wie  man  sagt,  regierenden
Verbum  des  Hauptsatzes;  3.  in  der  Bedeutung  des  Accusativs;  4.  in
dem  nominalen  Ursprung  des  Infinitivs.
Ich  glaube  es  den  Mitforschern  schuldig  zu  sein,  die  aufgestellten ­
  Ansichten  nicht  nur  mit  ihrer  vollen  Begründung,  sondern
auch  mit  den  eigenen  Worten  ihrer  Urheber  mitzutheilen.
            
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