Fragmente zur Geschichte Kaiser Karl’s VI.
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vor, dass der Kaiser im baierischen Tractate erst „der neuburgischen
und sulzbachischen Linie mit Einschliessung des weiblichen
Geschlechtes die Succession in beiden Herzogthümern garantirt
habe.“
Der Antrag involvire eine jährliche Einbusse von 500.000 Thlr.;
das Churhaus könne sich, wenn es darauf eingehe, nicht mehr cum
decore erhalten noch Österreich viel Hülfe leisten. Der wittelsbachisclie
Churfürst verhehlte dem kaiserlichen Gesandten gar nicht, dass
sein Anbringen dahin ziele, die ergebensten Alliirten und Freunde des
Kaisers sehr zu schwächen, „wohingegen man trachtete,
die Obermacht des Königs in Preussen zu verstärken,
welcher d o ch wi s s e ntl ich nichtsander st rächtet als dem
Erzhaus von Österreich all es U hei a n z u thun u n d auf zubürden.“
Dem Churfürsten traten hiebei die Thränen in das Auge.
Kinsky antwortete mit Darlegung der Gelähr, welche ganz Deutschland
bedrohe, wenn der König in Preussen in der hannoverschen
Allianz verbleibe, da England und Frankreich entschlossen seien, aus
Rachgier die pfälzischen Rechte zu opfern. Zugleich wurden auch mit
dem Erbprinzen von Sulzbach als nächstem Anwärter auf Jülich und
Rerg Conferenzen eröffnet, den Wiener Congress zu beschicken. Der
Churfürst von Trier habe sich bereits für die in Wien zu pflegenden
Unterhandlungen ausgesprochen.
Man war jedoch von Seiten des kaiserlichen Cabinetes nicht
ganz mit dem Gange der Unterhandlungen zufrieden und meinte
(22. Jänner), Kinsky hätte nicht einen Tag in Amberg verweilen,
noch viel weniger den flüchtigen Plälzgrafen aufsuchen lassen sollen.
Kinsky entschuldigte sich dessen und berichtete ferner von dem Widerstande,
den er bei dem jüngeren Pfalzgrafen treffe und der Trauer
des Churfürsten über den Verlust des besten unter seinen Ländern.
Was man erreichen könne, bestehe darin, dass der Churfürst im Falle
eines Krieges keine Neutralität beobachten werde. Die schriftliche
Antwort des letzteren erging sich in Klagen über den von Preussen
aus drohenden Einbruch des Faustrechtes und sprach die
Hoffnung aus, der Kaiser werde vermöge der Reichsconstitution jeden
bei seiner Schuldigkeit zu erhalten wissen. Der Churfürst wollte von
einer freiwilligen Abtretung Bergs an Preussen nichts wissen, zumal
daselbst ein grausames Lamentiren „über die Gefahr preussisch
zu werden“, sein solle. Kinsky berichtete bereits am 8. Februar