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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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Hofier

gangs  der  „moskowitisclien  Legation“.  Sie  war  auch  die  Grundlage
des  Bündnisses,  welches  später  (6.  August  1726)  zwischen  der  Nachfolgerin ­
  Czar  Peters,  der  Kaiserin  Katharina,  Kaiser  Karl  VI.  und  dem
Könige  von  Spanien  abgeschlossen  wurde.
11.  Die  Mission  an  den  churpfälzischen  Hof.  1727.
Hatte  man  für  die  frühere  Zeit  Österreichs  so  oft  Gelegenheit
gehabt,  dieses  Land  und  sein  Fürstenhaus  glücklich  zu  preisen,  weil
es  Macht  und  Ansehen  durch  Vermälungen  der  Regenten  mit  reichen
Erbinen  erlangte,  so  schien  mit  dem  Eintritte  des  XVIII.  Jahrhunderts ­
  fremden  Fürsten  und  fremden  Ländern  die  Gelegenheit  geboten ­
  zu  sein,  sich  auf  Kosten  Österreichs  in  derselben  Weise  zu  vergrössern,
  in  welcher  dieses  seihst  —  nach  der  gewöhnlichen  Annahme
—  gross  geworden  war.
Kaiser  Leopold  hatte  den  Töchtern  seines  älteren  Sohnes,  Kaisers
Josef  I.  die  Succession  in  den  österreichischen  Ländern  zugesichert.
Kaiser  Karl  VI.  veränderte  diese  Anordnung  dahin,  dass  seiner
ältesten  Tochter  Maria  Theresia  die  österreichische  Gesammtmonareliie
  zufallen  sollte.  Andererseits  hatte  das  Haus  Bourbon-Frankreich
sich  dem  letzten  Habsburger  in  Spanien  durch  Familienbande  so  zu
nähern  gewusst,  dass  es  endlich  auch  eine  Succession  in  den  spanischen ­
  Ländern,  wenn  auch  nicht  in  Italien  vor  der  habsburgischen
Secundogeniturlinie  erlangte.  Nachdem  aber  dieses  geschehen  war  und
die  neue  Dynastie  Spaniens  endlich  ihren  Frieden  mit  dem  Kaiser  gemacht ­
  hatte,  hegte  man  von  Seite  des  spanischen  Cabinetes  die  ausschweifendsten ­
  Entwürfe.  Es  sollte  eine  Vermälung  des  bourbonischen
Infanten  von  Spanien,  Don  Carlos,  nach  dem  Wunsche  seiner  Mutter
Elisabeth  von  Parma,  mit  der  Kaisertochter  Maria  Theresia  die  noch
übrigen  habsburgischen  Länder  an  das  Haus  Bourbon  bringen.  Ja
dass  an  diesem  Projeete  nichts  fehle,  was  seine  Verwirklichung  herbeiführen ­
  könne,  sollten  auch  der  Prinz  von  Asturien  (Ferdinand)
und  der  Infant  Don  Felix  mit  Erzherzoginen  vermält  werden.  Die
Krone  Spaniens  löste  dadurch  ihre  Verbindung  mit  Grossbritannien,
Frankreich  und  den  Niederlanden,  wenn  auch  K.  Philipp  V.  von
Spanien  im  Wienervertrage  mit  Kaiser  Karl  VI.  in  Betreff  der  Anerkennung ­
  der  kaiserlichen  Territorien  vom  30.  April  1725  noch  den
Bestimmungen  der  berühmten  Quadrupelallianz  vom  2.  August  1718
            
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