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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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H  ö  f  I  e  r

Markgrafen  von  Baireuth  »las  Ansinnen,  nicht  nur  preussische  Truppen ­
  im  Lande  zu  behalten,  sondern  für  ein  Jahrgeld  von  36.000
Reichsthalern  auf  die  Nachfolge  im  Fürstenthum  Ansbach  Verzicht  zu
leisten.
Als  dann  am  26.  März  1708  Markgraf  Christian  Heinrich,  von
welchem  die  Verzichtleistung  ausgegangen  war,  starb,  sollte  durch
einen  Congress  zu  Forchheim  (16.  April)  die  Angelegenheit  in  Ordnung ­
  gebracht  werden.  Nun  widersetzte  sich  aber  M.  Karl  August
von  Culmbach,  Christian  Heinrich’s  Bruder,  der  Sache  auf  das  entschiedenste, ­
  da  durch  die  Cession  Christian  Heinrich’s  nach  den
brandenburgischen  Hausverträgen  das  Successionsrecht  ihm  als  dem.
nachältesten  zukomme  und  nicht  entrissen  werden  könne.  Er  machte
die  Sache  bei  dem  kaiserlichen  Hofe  in  Wien  anhängig  und  verlangte, ­
  dass  der  Successionsvertrag  entweder  für  nichtig  oder
doch  er  seihst  als  berechtigter  Erbe  erklärt  werde.  Weit  entfernt,
dass  die  Angelegenheit  in  Forchheim  zu  Ende  kam,  versprach  der
Markgraf  von  Ansbach  dem  Prinzen  Karl  August  heimlich  seine
Hilfe;  auch  der  Reichskanzler  Lothar  Franz  aus  dem  Hause  Schimborn ­
  gab  die  Versicherung,  sich  der  Sache  annehmen  zu  wollen,
damit  nur  Preussen  nicht  an  den  Main  tordringe.  Endlich  beklagte
die  AVitwe  Christian  Heinrich’s,  Sophie  Christiana  Gräfin  von  Wolfstein, ­
  den  von  ihrem  verstorbenen  Gemal  gemachten  Schritt  auf  das
bitterste  und  fand  nun  im  Prinzenhofmeister,  dem  nachherigen  geheimen ­
  Rathe  von  Brehmer,  einen  entschlossenen  Rathgeber,  wenn
auch  vorderhand  noch  die  Meinung  Geltung  fand,  so  lange  als
K.  Friedrich  I.  lebe,  nicht  an  der  Sache  zu  rütteln,  und  Brehmer,
wie  er  selbst  erzählt,  den  beiden  Prinzen,  die  nur  für  Jagd  Sinn
hatten,  nur  bei  Erklärung  des  Cicero  und  des  Pufendorf  eine  richtige ­
  Anschauung  ihrer  eigenen  Stellung  zu  geben  versuchen  konnte.
Bereits  war  die  Sache  fränkische  Kreisangelegenheit  und  auf
der  Conferenz  zu  Bamberg  von  dem  Churfürsten  zu  Mainz  und
Bischof  zu  Bamberg,  sowie  von  dem  Reichs-Vicekanzler  die  Absicht
des  preussischen  Hofes  als  den  fränkischen  Kreisständen  Gefahr
bringend  bezeichnet  worden.  Der  Bamberger  Conferenz  am  22.  Januar ­
  1706  folgte  eine  Zusammenkunft  des  Markgrafen  AVilhelm
Friedrich  mit  dem  Baireuth'schen  Erbprinzen  im  Juli  nach  und  im
November  eine  dritte  zu  Gaibach,  um  der  Rechtsdeduction  zu  begegnen, ­
  welche  Preussen  dem  Reichshofrathe  übergeben  hatte.  Man
            
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