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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Fragmente  zur  Geschichte  Kaiser  Karl's  VI.

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an  S.  M.  den  verstorbenen  König  in  Preussen  Friderieum  —  vor  eine
namhafte  Summe  Geldes  verkauftet  gehabt,  wie  auch  dass  dessen
Herren  Söhne,  nemlich  der  jetzt  (1733)  regierende  durehl.  Herr
Markgraf  zu  Baireuth  Georgius  Fridericus  Carolus  und  Albertus
Wolfgangus  sich  den  mit  Sr.  Preuss.  Majestät  getroffenen  Vergleich
ebenfalls  gefallen  lassen  und  darein  gewilliget.  Weil  man  aber  am
kaiserlichen  Hof  Schwierigkeiten  gemachet,  die  Confirmation  darüber
zu  ertheilen,  auch  I.  M.  der  König  Fridericus  Wilhelmus  sonst  noch
allerhand  Verdruss  vorausgesellen,  haben  sich  dieselben  mit  Ihren
Herren  Vettern,  denen  Herren  Marggrafen  von  Brandenburg-Culmbach
anderweit  verglichen  und  sind  unter  dem  Beding  der  in  gewissen
Terminen  zu  erwarten  habenden  Refundirung  Ihres  Capitals  von  dieser
Cession  wieder  abgegangen.  Es  ist  auch  bekannt,  dass,  als  sich  wenig
Jahre  nachhero  der  Fall  ereignet,  dergestalt,  dass  der  regierende
Marggraf  zu  Brandenburg-Baireuth  Georgius  Wilhelm  (1723)  mit
Tod  abgegangen  ohne  männliche  Leibeserben  zu  hinterlassen,  I.  D.
der  Herr  Marggraf  Georgius  Fridericus  Carolus  ganz  ruhig  und  ohne
alle  Hinderniss  zur  Succession  gelanget,  wogegen  Sie  aber  auch  auf
die  richtige  Abführung  des  K.  Preuss.  Capitales  bedacht  gewesen.
Sonst  aber  hätte  von  K.  Preuss.  Seite  die  Sache  allerdings  können
sehr  schwer  gemacht  werden.  Denn  in  der  ganz  nahe  au  der  baireuthischen
  Stadt  Culmbach  gelegenen  Festung  Plassenburg  hat
schon  vor  vielen  Jahren  eine  K.  Preuss.  Garnison  gelegen,  welche
mit  gutem  Willen  und  Vorbewusst  des  Marggrafen  Christian  Ernesti
(gest.  1712)  gleichsam  Possession  von  dem  Marggrafthum  Baireuth ­
  auf  den  sich  ereignenden  Fall  genommen  hätte.“
Die  hier  erwähnte  Angelegenheit  gehört  jedoch  zu  den  interessantesten ­
  Vorgängen  der  späteren  Reichsgeschichte  und  verdient  um
so  mehr  an  das  Licht  gezogen  zu  werden,  als  sie  ebenso  auf  die
Politik  des  neubegründeten  preussischen  Königthums  wie  auf  die
Kaiser  Karl’s  VI.  ein  sehr  merkwürdiges  Licht  wirft.  Ich  folge  hiebei ­
  den  Aufzeichnungen,  die  nach  den  mündlichen  Berichten  des
markgräflichen  geheimen  Rathes  von  Brehmer,  eines  gebornen  Schweden, ­
  1736  in  Ansbach  gemacht  wurden,  so  wie  einer  sorgfältig  ausgearbeiteten ­
  markgräflichen  Deduction,  die  eine  preussische  zu
widerlegen  bestimmt  war,  aber  nicht  im  Drucke  erschienen  ist.
Gleich  nach  der  Begründung  des  preussischen  Königthums
trat  auch  schon  als  dominirender  Gedanke  der  Plan  hervor,  das  neue
            
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