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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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Tomaschek

jedoch,  deren  Bekehrung  mit  ungemeinen  Beschwerden  verknüpft
sein  musste,  hatte  ihren  Apostel  noch  nicht  gefunden,  und  hieng  noch
immer  den  alten  heidnischen  Vorstellungen  an.  Die  Verbreitung  der
christlichen  Lehre  gieng  zunächst  von  den  Städten  aus,  und  wir  finden
nur  hie  und  da  Spuren  von  Unternehmungen,  die  sich  auf  einen  weiteren ­
  Wirkungskreis  bezogen.  So  wird  von  Timotheos,  welcher
unter  Iulianus  Apostata  (a.  362)  nach  TtßspioOTcoAig,  dem  späteren
bulgarischen  Strumnitza,  mit  mehreren  Genossen  gekommen  und
daselbst  Bischof  geworden  war,  erzählt,  dass  durch  seine  Bemühungen ­
  auch  die  ländliche  Bevölkerung  in  dem  ganzen  Umkreis  der
Stadt  für  das  Christenthum  gewonnen  wurde:  oödsig  rä  'EWcövojv
Tcpsaßeüwv  öxehifd-rj  iv  rp  reüv  Tißspioynolsug  Trspr^copw,  Theophylacti
  Opp.  III  p.  490.  496.  Grössere  Erfolge  errang  jedoch  am
Ausgange  desselben  vierten  Jahrhundertes  Niketas,  Bischof  von  Remesiana
  in  Dacia  mediterranea  (Acta  SS.  Boll.  Iunii  IV  243,  Pagi
Critica  in  Baronium  ad  a.  396),  und  wir  dürfen  ihn  mit  Recht  den
Apostel  der  Bessen  nennen.
Niketas  war  um  das  Jahr  398  von  seinem  bischöflichen  Sitze  aus
nach  Italien  gekommen;  nach  seiner  Rückreise  widmete  ihm  der
hl.  Paulinus  von  Nola  einen  schönen  dichterischen  Nachruf
(Carm.  XXX  de  reditu  Nicetae  episc.  in  Daciam).  Wir  erfahren  daraus, ­
  dass  Niketas  von  Hydruntum  nach  der  epirotischen  Küste  übersetzte, ­
  und  von  da  —  auf  der  Via  Egnatia  —  nach  Thessalonike  und
Philippi  gelangte;  von  Philippi  zog  er  in  das  Hochgebirge  und  entfaltete ­
  da  seine  stille  beglückende  Wirksamkeit.
Nam  simul  terris  animisque  duri  >)
et  sua  BESSI  nive  duriores 2 )
nunc  oves  facti  duce  te  gregantur
pacis  in  aulam.

’)  Auch  Amm.  Marc.  XXVII  4  11  gebraucht  dasselbe  Epitheton:  post  hos  Imperator'
Lucullus  cum  durissima  gente  Bessorum  conflixit  omnium  primus.
2 )  Gut  werden  diese  Worte  erläutert  durch  Apollinaris  Sidonius  Panegyr.  Anthem. ­
  II  35  :  —  —  Rhodopem  quae  portat  et  Ilaemum,
Thracum  terra  tua  est,  heroum  fertilis  ora,
excipit  hic  natos  glacies  et  matris  ah  alvo
artus  infantum  molles  nix  civica  durat.
            
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