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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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T  o  in  a  s  c  h  e  k

gebreitete  Stamm  hatte  das  Centrum  der  Haemus-Halbinsel  inne  und
breitete  sieh  über  die  oberen  Stromgebiete  des  Strymon  Nestos  Hebros ­
  und  Oeskos  aus.  Allerdings  ist  es  auffallend,  dass  Tliukydides
dieselben  gar  nicht  erwähnt.  Wir  müssen  jedoch  bedenken,  dass  in
der  Geschichte  immer  derjenige  Volksname  zu  überwiegender  Bedeutung ­
  gelangt,  an  welchen  sich  die  Thatsache  der  politischen
Macht  und  Selbständigkeit  knüpft  <)•  Zu  Tliukydides’  Zeit  und  von
da  an  bis  zum  Sturze  der  makedonischen  Macht  durch  die  Römer
war  die  politische  Präponderanz  in  den  Händen  der  Odrysen;
ausserdem  hatten  die  päonischen  Stämme,  welche  zumeist  die
Flussthäler  einnahmen,  noch  immer  ihre  ethnische  Bedeutung
und  werden  häufig  genannt,  während  wir  nichts  von  den  autochthonen
  Stämmen  erfahren,  welche  den  Odrysen  unterworfen
waren.  Nur  von  den  kriegerischen  Diern,  deren  innige  Stammesverwandtschaft ­
  mit  den  Bessen  wir  annehmen  müssen,  erfahren  wir,
dass  sie  in  dem  rauhen  Gebirgsdreieck'  der  Rhodope  sich  frei  erhielten. ­

Nachdem  jedoch  die  Macht  der  Odrysen  gebrochen  war,  nachdem ­
  auch  die  Herrschaft  der  tylenischen  Kelten  ihr  Ende  gefunden
hatte  und  das  Räubervolk  der  illyrisch-keltischen  Skordisker  nach
blutigen  Kämpfen  durch  die  Römer  zu  Paaren  getrieben  worden  war,
da  treten  auf  einmal  die  alten  autochthonen  Gebirgsstämme  in  ihrer
numerischen  Bedeutung  und  Macht  hervor:  vor  allem  stehen  die
Bessen  als  mächtiges  Volk  da,  das  zugleich  mit  den  eng  verwandten
Dentheleten  Coelaleten  und  Diern  den  römischen  Waffen  Widerstand
leistet.  Nachdem  Thracien  endlich  römische  Provinz  geworden  war,
waren  es  vornehmlich  die  Bessen,  welche  den  Legionen  und  der
Flotte  starke  Contingente  stellten.  Obgleich  ausserordentlich  erschöpft, ­
  konnte  das  thrakische  Land  doch  noch  1SÖ00  Reiter  und

Zur  Zeit  der  Völkerwanderung-  z.  ß.  herrschten  in  den  alten  dakischen  Landen
Sarmaten,  Vandalen,  Gothen,  Gepiden,  hierauf  Slovenen  und  Bulgaren,  endlich
Pecenegen  und  Rumänen.  Wenn  nun  die  Geschichtschreiber  gelegentlich  auf  diesen
Länderstrich  zu  sprechen  kommen,  so  ist  natürlich  immer  nur  die  Rede  von  den
herrschenden  Nationen,  welche  activ  auftreten,  nicht  von  der  passiven,  wenngleich
zahlreicheren  Volksmasse  der  Hirten  und  Bergbewohner  romunischen  Schlages,
welche  in  ununterbrochener  Dauer  den  alten  Boden  inne  hatte  und  von  den  Eindringlingen ­
  nur  durchbrochen  oder  überdeckt  wurde.
            
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