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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Über  Brumalia  und  Rosalia  etc.

393

V.
Ptolemaeus  III  3  20  zählt  die  Völker  auf,  welche  sich  von  der
Quelle  der  Weichsel  bis  zu  jener  der  Theiss  und  bis  an  den  Nordrand ­
  der  Provinz  Dacia  erstreckten;  er  nennt  neben  anderen  'Apaifirca
  haßCoxoi  IhEyyircu  und  endlich  Bizaooi  xapä.  röv  Kapxärw
öpog.  Wir  haben  es  hier  mit  dakischen  Stämmen  zu  thun,  welche
frei  gehliehen  waren  und  zur  Zeit  des  markomannischen  Krieges
drohend  auftraten.  In  der  Reihe  der  feindlichen  Völker  zählt  Capitolinus
  M.  Antonin.  22  auf:  OSI  BESSI  SABOCES.  So  zu  lesen  nach
Müllenhoff's  glücklicher  Emendation.  Auf  die  Karpathenbewohner
bezieht  sich  vielleicht  auch  Isidorus  Etym.  IX  2  89:  Gothi  Daci
BESSI  Gipedes  Sarmatae  Alani  etc.  All  diese  Stämme,  welche  damals ­
  Pannonien  und  Dacien  bedrohten  und  nicht  selten  daselbst
friedliche  Wohnsitze  erhielten,  mögen  durch  die  eben  beginnende
grosse  Bewegung  der  gothischen  Stämme  in  den  inneren  Landen
hart  bedrängt  worden  sein  (Zeuss  402).  Die  nordischen  Bessen  verschwinden ­
  in  den  nachfolgenden  Völkerwirren,  und  scheinen  nur  eine
unsichere  Spur  in  dem  Namen  der  karpathisclien  Bieskyden  zurückgelassen ­
  zu  haben.  Wenn  wir  bedenken,  dass  auf  phrygischem
Boden  das  Wort  ”Iöv?  als  Bergname  vorkommt  und  dass  die  Bedeutung ­
  „Wald,  Gehölz“  für  dasselbe  bezeugt  wird  (Paus.  X  12  7
Hesych.  &  EM.  s.  v.),  ferner  dass  das  Wort  im  Anlaute  ein  Digamma
hatte  und  im  Thrakischen  einen  gutturalen  Vorschlag  annehmen  und
zu  gid,  kyd  werden  konnte  (vgl.  ags.  vudu  ahd.  witu  „Holz“  neben
gadh.  coid,  cuid  cymr.  coed  „Wald;“  oset.  gade,qad  „Baum,  Wald“):
so  erscheint  die  Annahme,  dass  Bieskyd  soviel  wie  „Bessen-wald“
bedeutete  und  bei  den  Umwohnern  schon  im  Alterthum  üblich  war,
nicht  allzu  kühn  <).
In  eine  viel  spätere  Zeit  hinein  lässt  sich  die  Geschichte  der
südlichen  Bessen  in  dem  thrakischen  Inlande  verfolgen.  Dieser  aus-Q

  Ein  anderes  Wort  für  „Gehölz,  Hochwald“  scheint  ai’ma  gewesen  zu  sein,  welches
dem  altbaktrischen  (ae?ma)  entsprochen  haben  wird;  es  ist  auf  getischem
Boden  erkennbar  in  dem  Namen  des  Haemus,  Ai^og;  vgl.  Hesych.  ccI[iol  *  dpvjxoL
(Aeschvl.).
            
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