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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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T  o  ni  a  s  c  li  e  k

sind:  BITHVS  •  TAVZIGIS  •  FIL  •  QVI  ET  MACER,  TAVZIGES  •
BITHI  •  QVI  ET  RVFVS.  Wir  werden  an  ähnliche  Inschriften  erinnert, ­
  worin  neben  dem  römischen  Namen  der  einheimische  gesetzt
ist,  z.  B.  I.  R.  N.  Nr.  513:  EVTYCHIA  •  QAE  •  ET  •  BVTIN  •,
Nr.  2810:  C  ‘  RAVONIVS  •  CELER  •  QVI  •  ET  •  BATO  •  SCENO-BARBI
  •  NATIONE  •  MAEZ  %  Nr.  2793:  C  •  IVLIVS  •  VICTOR  •
QVI  ■  ET  ■  SOLA  •  DINI  <).  F  •  MIL  •  EX  •  CLAS  •  PR  •  MISEN  •,
Nr.  2671:  T  •  ATTI  •  NEPOTIS  •  QVI  •  ZECAEI  •  MILES  •  CLAS  •
PR  •  MISEN  *,  etc.
Die  thrakischen  Stämme  hatten  noch  unter  den  späteren  Kaisern
ihre  angestammten  Häuptlinge;  Dio  Cass.  LXX1X  18  (a  221)  nennt
sie  ol  rcöv  iSvüv  ^yoC/xevoi,  und  unterscheidet  sie  von  den  röm.  äp-^ovr£?
  und  iTr'iTpoTcoi.  Die  heimische  Sprache  selbst  blieb  noch  lange
neben  der  römischen  in  Gebrauch.  Wir  haben  oben  aus  den  trefflichen ­
  Acta  S.  Philippi,  welche  ohne  Zweifel  aus  derselben  Zeit
stammen,  in  welcher  das  Martyrium  stattfand,  nämlich  aus  dem  Anfänge ­
  des  vierten  Jahrh.  (304),  gesehen,  dass  noch  damals,  unter
Diocletianus,  das  thrakische  Idiom  bestand  und  verstanden  wurde.
Die  Romanisierung  mochte  an  Stärke  und  Umfang  am  meisten  gewinnen ­
  zur  Zeit,  als  gothische  Stämme  sich  im  Haemus  anzusiedeln
begannen  (375)  und  als  in  Folge  dessen  das  autochthone  Element
angewiesen  war,  an  dem  gewohnten  römischen  Wesen  festen  Halt
zu  suchen,  um  nicht  neben  dem  fremden  zu  völliger  Impotenz  hinabzusinken. ­
  Hiezu  kam  noch  die  Christianisierung  der  thrakischen
Hochstämme,  welche  das  römische  Element  vollends  zur  Geltung
brachte  und  alle  Spuren  des  alten  nationalen  Wesens  verwischte.
Bevor  wir  jedoch  diesen  Punkt  näher  erörtern,  müssen  wir  uns
Rechenschaft  ablegen  über  den  Umfang  des  hessischen  Namens.

>)  Der  Name  SOLA  ist  thrakisch;  DINVS  gemahnt  an  DINIS,  Tac.  Ann.  IV  50;  SEPT.
DINES,  Murat.  p.  DCCXC  Nr.  2;  PRO  .  FILIA.DNE,  aus  Philippi,  Heuzey  p.  456.  —
Zu  bemerken  ist,  dass  die  Soldaten  der  misenatischen  Flotte  aus  dem  hessischen
Volksstamm  fast  durchgehends  römische  Namen  tragen:  I.  R.  N.  Nr.  2095.  2669.
2771.  2814.  2821.  2833.  2835.  7219.
            
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