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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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Tomaschek

Es  ist  nun  nicht  unwahrscheinlich,  dass  TASIBASTA  so  viel
bedeutete,  wie  „Thasier-ansiedelung“  und  im  Munde  der  thrakischen
Umwohner  seit  alter  Zeit  zur  Bezeichnung  für  das  griechische  Kpv;-vt'o£f
  üblich  war;  der  barbarische  Name  konnte  in  der  späteren  römischen ­
  Kaiserzeit  das  Übergewicht  bekommen  und  den  griechischen
überdauert  haben.  Der  zweite  Bestandtheil  des  Wortes  wenigstens
darf  verglichen  werden  mit  dem  osetisch-eränischen  basta  (tagur.
bastä,  digor.  haste)  „Wohnort,  Stätte“  =  skr.  vastu,  vastja,  v.  vas
„wohnen,  verweilen“.  Dass  die  thrakischen  Dialekte  dem  westarischen ­
  oder  eränischen  Sprachgebiete  zunächst  angehörten,  kann
wohl  jetzt  als  ausgemacht  gelten.  Wir  wollen  hier  nur  die  Frage
berühren,  ob  sich  auch  in  grammatischer  Beziehung  eine  Spur  der
Verwandtschaft  nachweisen  lässt.  In  den  Acta  S.  Philippi  episc.
Heracleensis  (Acta  SS.  Boll.  die  XXII.  Octobr.  IX.  p.  oöl)  findet
sich  folgende  Stelle:  mox  inclusa  Corpora  cum  retibus  extrahuntur;
tune  grata  venatio  et  auro  pretiosior  et  omni  decoro  gemmarum,  duodecimo
  ah  ea  urhe  (sc.  Hadrianopoli)  lapide  per  tres  dies  celabatur
in  villa,  quae  sermone  patrio  GESTISTYRVM,  interpretatione  vero
latinae  linguae  locus  possessorum  vocatur;  ea  possessio  et  fontibus
abundahat  et  nemore,  ornata  messibus  et  vineis.  —  Zunächst  ist  zu
bemerken,  dass  der  zweite  Bestandtheil  sich  auch  in  anderen  echt
thrakischen  Ortsnamen  vorfindet:  so  in  dem  bekannten  Acupösropov,
dem  heutigen  Silistria,  ferner  in  KonoOG-opag.  BvjXacrupaj,  Ka^iaroüp'.oc
  u.  A.  bei  Procop,  de  aedif.  IV  11,  vielleicht  auch  in  Ucarupog  bei
Herodot.  VII  109.  Thrakisch  stura,  stüru  wird  der  Bedeutung  nach
dem  lateinischen  stabulum  und  stlocus  entsprochen  haben,  und  kann
der  Form  nach  verglichen  werden  mit  skr.  sthävara  und  sthüla  „stabilis“,
  armen,  stovap,  oset.  stur  „immobilis,  grandis“.  In  der  ersten
Hälfte  der  Zusammensetzung  ist  somit  der  Begriff  possessorum  enthalten. ­
  Wenn  wir  nun  bedenken,  dass  in  den  eränischen  Sprachen
sich  nicht  selten  ein  ursprüngliches  V  im  Anlaut  zu  G  entwickelt

xarep^oc  7S70VEV,  vjrrov  tzoXv  .  0  xai  ~spl  rac  Kpyjvtöac  75V  rwv  Qpaxoyj
xarotxouvrwv  .  a~av  yäp  ro  1zsdiov  divdooyj  ttXyjoec  >5v  xai  vdäzoiv.  Dio  Cass.
35  über  den  Zug  des  Brutus  und  Cassius:  izipav  di  ziva  p.axpozipav  xaza  zag
Kpvjvi'&ac  dyjop.txap.ivag  -zpnXSovzsg  .  .  .  ecw  rs  rwv  dpojv  i'/ivovzo  xai  rrpdc
r^v  jrdXtv  (sc  <J>iX''~7rouc)  xara  ra  p.-ziupa  sTzixapekSivveg  svraO^a  y^plg
ixäzzpog  eazpazonedevtrazo.
            
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