Über Brumsilia und Rosalia elc.
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Der fingirte Kampf zwischen Christen und Osmanen ist
nur eine neuere Darstellungsweise des alten dramatischen Streites
zwischen Sommer und Winter; an Stelle des Winters ist der blutdürstige
Paschah getreten, welcher schliesslich selbst Freiheit und
Leben verliert. Bemerkenswerth ist ferner die Dauer des Festes vom
I. bis VIII. Mai.
Wie bei den Brumalien folgte auch bei den Rosalien eine
Nachtfeier, welche dem bakchischen Genüsse und der ausgelassensten
Freude gewidmet war. Wir schliessen dies aus den Berichten
über die seit der byzantinischen Zeit in Russland verbreiteten
Pfingstrusalien, namentlich aus den Beschlüssen der Moskauer Synode
vom Jahre 1551 (Stoglav, Miklosich 1. c. 391), worin die
Feier so geschildert wird: Männer und Frauen versammeln sich in
nächtlicher Zusammenkunft und bringen die Zeit mit Gesprächen,
Gesängen, Spielen, Tänzen und anderen gottverhassten Dingen zu;
nachdem so die Nacht verstrichen, begeben sie sich unter grossem
Geschrei zum Bach und waschen sich mit Wasser. Von den Weissrussen
verbreitete sich die Pfingstfeier zu den Mordwinen. Wiedemann
(Memoires de l'Acad. Imp. VII. Serie T. IX, No. 5: Grammatik
der Ersa-Mordwinischen Sprache S. 3) schildert uns dieselbe
folgendermassen: „Kurz vor Pfingsten haben die alten Weiber ihr
Fest; sie ziehen an das nächste Wasser hinaus, stecken dort am
Ufer junge Bäume in die Erde und bereiten sich einen Eierkuchen,
den sie an Ort und Stelle verzehren. Am Pfingstfest ziehen die jungen
Mädchen unter Anführung einer erwählten Königin in den Wald,
flechten sich dort Kränze, begeben sich darauf bekränzt und singend
Arm in Arm zum nächsten tliessenden Wasser, wo sie eine nach der
anderen ihre Kränze hinein werfen, wobei sie allerlei Fragen thun;
schwimmt der Kranz leicht weiter, ohne zu sinken, so ist dies eine