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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Über  Brumsilia  und  Rosalia  elc.

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  Der  fingirte  Kampf  zwischen  Christen  und  Osmanen  ist
nur  eine  neuere  Darstellungsweise  des  alten  dramatischen  Streites
zwischen  Sommer  und  Winter;  an  Stelle  des  Winters  ist  der  blutdürstige ­
  Paschah  getreten,  welcher  schliesslich  selbst  Freiheit  und
Leben  verliert.  Bemerkenswerth  ist  ferner  die  Dauer  des  Festes  vom
I.  bis  VIII.  Mai.
Wie  bei  den  Brumalien  folgte  auch  bei  den  Rosalien  eine
Nachtfeier,  welche  dem  bakchischen  Genüsse  und  der  ausgelassensten ­
  Freude  gewidmet  war.  Wir  schliessen  dies  aus  den  Berichten
über  die  seit  der  byzantinischen  Zeit  in  Russland  verbreiteten
Pfingstrusalien,  namentlich  aus  den  Beschlüssen  der  Moskauer  Synode ­
  vom  Jahre  1551  (Stoglav,  Miklosich  1.  c.  391),  worin  die
Feier  so  geschildert  wird:  Männer  und  Frauen  versammeln  sich  in
nächtlicher  Zusammenkunft  und  bringen  die  Zeit  mit  Gesprächen,
Gesängen,  Spielen,  Tänzen  und  anderen  gottverhassten  Dingen  zu;
nachdem  so  die  Nacht  verstrichen,  begeben  sie  sich  unter  grossem
Geschrei  zum  Bach  und  waschen  sich  mit  Wasser.  Von  den  Weissrussen ­
  verbreitete  sich  die  Pfingstfeier  zu  den  Mordwinen.  Wiedemann ­
  (Memoires  de  l'Acad.  Imp.  VII.  Serie  T.  IX,  No.  5:  Grammatik ­
  der  Ersa-Mordwinischen  Sprache  S.  3)  schildert  uns  dieselbe
folgendermassen:  „Kurz  vor  Pfingsten  haben  die  alten  Weiber  ihr
Fest;  sie  ziehen  an  das  nächste  Wasser  hinaus,  stecken  dort  am
Ufer  junge  Bäume  in  die  Erde  und  bereiten  sich  einen  Eierkuchen,
den  sie  an  Ort  und  Stelle  verzehren.  Am  Pfingstfest  ziehen  die  jungen ­
  Mädchen  unter  Anführung  einer  erwählten  Königin  in  den  Wald,
flechten  sich  dort  Kränze,  begeben  sich  darauf  bekränzt  und  singend
Arm  in  Arm  zum  nächsten  tliessenden  Wasser,  wo  sie  eine  nach  der
anderen  ihre  Kränze  hinein  werfen,  wobei  sie  allerlei  Fragen  thun;
schwimmt  der  Kranz  leicht  weiter,  ohne  zu  sinken,  so  ist  dies  eine
            
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