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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

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Tomaschek

selbe  Wunder  wurde  später  dem  Vater  des  Augustus  zu  Theil
(Sueton.  Aug.  94).  —  Bei  den  Ligyreern  gab  es  gleichfalls  ein  Orakel ­
  des  Dionysos;  die  Verkünder  der  Sprüche  begeisterten  sich  vorher ­
  durch  das  goldene  Nass  des  Gottes  i).  —  Bei  Philippi  gab  es
einen  löfog  Aiowoov  mit  Goldminen  (Appian.  B.  C.  IV  106).  Der
Name  eines  anderen,  dem  Dionysos-Sabazios  geweihten  Hügels,  auf
welchem  ein  kreisförmiger  Tempel  stand,  war  Zilmissos  3 ).

II.
Es  liegt  in  der  menschlichen  Natur,  und  die  fortschreitende
Civilisation  bringt  es  mit  sich,  dass  der  menschliche  Sinn  aller
düsteren  Anschauungen  und  Stimmungen,  in  welchen  er  auf  der
Stufe  des  passiven  Naturzustandes  belangen  war,  immer  mehr  sich
zu  entschlagen  strebt  und  mit  Vorliebe  die  heiteren  Seiten  aus  dem
alten  Volksglauben  mit  herüber  nimmt  und  aufbewahrt.  Zu  einer
viel  weiter  fortgeschrittenen  Entwickelung,  als  die  thrakisehen
Stämme,  waren  bereits  bei  dem  Eintritte  in  die  historische  Zeit  die
küstenbewohnenden  Hellenen  gelangt,  welche  sich  zwar  noch  nicht
in  den  Vollbesitz  der  geistigen  und  materiellen  Herrschaft  über  die
Natur  erworben  batten,  aber  in  der  Pflege  aller  culturhistorischen
Beziehungen,  welche  auf  Selbständigkeit  des  Geistes  beruhen,
weitaus  die  semitischen  und  arischen  Völker  des  Ostens,  so  wie  die
stammesgleichen  Bergvölker  des  Inlandes  überragten.  Naturgemäss
verlor  bei  diesen  der  aus  Phrygien  stammende  und  über  die  thrakischen
  Lande  gekommene  Naturcultus  des  Dionysos  den  orgiastischen
und  den  Nachtseiten  des  Naturlebens  zugewandten  Charakter  in  der
Volksreligion  durchaus;  die  heitere  Seite  dagegen  wurde,  namentlich

*)  Macrob.  Sat.  I,  18  apud  Ligyreos.  Das  Volk  wird  sonst  nirgend  genannt;  vielleicht
ist  herbeizuzieheu  Steph.  ßyz.:  iXXupia*  ^Xvjffiov  roO  IIa7*yaiO'j.
2 )  Macrob.  1.  e.  Der  Name  ZiX/ziöVJog  bängt  In  seinem  ersten  Theile  zusammen  mit
der  thrakisehen  Benennung  für  Wein;  £tXa*  6  oivog,  flesych.;  £s£Xa*  rpv  otvco
ot  0paxec,  Phot.  Lex.  Mit  Recht  vergleicht  dazu  Böttger  sk.  (hala)
^‘Tc^T  (hiluka);  das  h  geht  bekanntlich  in  den  eranischen  Dialekten  in  z  über,
im  Griechischen  können  wir  dafür  %  erwarten;  ist  also  ^(aXtg  *  o  axioaro?  oivog
damit  identisch  ?
            
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