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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Über  Brumalia  und  Rosalia  etc.

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lieh  wie  das  flüssige  Element  und  mit  Weissagung  begabt  wie  alle
Wasserdämone.  Midas  mischte  die  Quelle  mit  Wein,  der  berauschte
Silenos  wurde  gefesselt  und  musste  dem  Könige  über  die  Geheimnisse ­
  der  Natur  und  die  Dinge  der  Vorzeit  zu  Rede  stehen  i).  Die
Culturmomente  in  dieser  Sage  lassen  sich  nicht  verkennen;  wir
finden  darin  die  Andeutung,  dass  trockenes  unfruchtbares  Erdreich
durch  Herbeilockung  von  Wasseradern  in  ein  üppiges,  fruchtreiches
umgeschaffen  und  mit  Gärten  und  Weinreben  überdeckt  wurde.  Dadurch, ­
  so  wie  durch  Ausbeutung  der  Metallschätze  fesselte  Midas  den
Reichthum  an  sich.  Die  Weincultur  und  regelmässige  Bearbeitung
des  Bodens  führte  milde  Sitten,  geordnete  Lebensverhältnisse,  und
die  Einführung  dionysischer  Weihen  herbei;  denn  auch  ein  Hörer
des  Orpheus  soll  Midas  gewesen  sein 2 ).
Die  eifrigsten  Diener  des  Dionysos  waren  die  autoehthon-thrakischen
  Bessen,  welche  ob  dieses  Ruhmes  die  Propheten  des  hochberühmten
  Heiligthumes  bei  den  stammverwandten  Satren  waren.
Die  Satren  bewohnten  die  hohen,  mit  allerlei  Waldungen  und  mit
Schnee  überdeckten  Gebirge,  welche  sich  zwischen  dem  mittleren
Strymon  und  Nessos  oberhalb  des  späteren  Philippi  ausdehnen;  das
Orakel  des  Dionysos  selbst  lag  auf  den  höchsten  Bergen;  die  Sprüche
gab  eine  Weissagepriesterin,  so  wie  in  Delphi  (Herodot.  VII  111).
Alexander  besuchte  auf  seinem  Zuge  gegen  die  Triballer  das  Orakel;
der  über  den  Altar  ausgegossene  Opferwein  soll  sich  in  eine  Feuex - -
flamme  verwandelt  haben,  welche  zum  Himmel  emporloderte;  das-*)

  Die  makedonische  Benennung  der  Silene  war  2ayaöai  =  tfauXoc,  <Joßxpoi,  sXao&ot,
  aßpoL  Mit  döse  zp^vvj  hängt  der  päonische  Name  des  Dionysos  Avalog  zusammen. ­
  —  Herod.  I.  c.:  ev  vovzolgi  zai  6  XtXvjvoj  zolgl  xy}t:oigi  tjXoj,  otg
Xdjszat  yiro  Mazsdovwv.  Vgl.  Theopomp.  frgm.  74  bei  Serv.  ad  Virg.  Ecl.  VI  13
Aelian.  V.  H.  III  18;  Athenaeus  II  p.  45  C:  T7jv  xprjvrjv  xspdffat  oivoj  zai  rdv
7«  Midetv  ovjGi  Oscxo/ixog,  oze  iXeiv  rdv  letXrpdv  v-6  fiicnjg  ySeXvjeev.
iGzt  dk  vj  xpiptr h  wc  tprjGi  Btcov,  [lIgt,  Macdcov  v.'j).  üatovcov,  y Ivva  za-Xoufisvrj.

2 )  Strabo  XIV,  680:  d  dk  Mido-j  xXovzog  ix  rwv  r.zpl  zo  Bep/uov  dpog  peraXXcüv
f/svsro.  Conon  Narr.  I  (Phot.  Bibi.  cod.  186):  za  ~spi  Mt  da  zai  BptySnr  dxeog
z-  j-r i Gxvp'ü  -zpiz-jyßyj  a5psov  zs  dg  icXovtov  vjpSvj,  zai  ’Opfecag  zara  lliipstav
  to  dpoc  azpoazqg  'jsvoptsvog  -o'/J.xtg  ziyyatg  Bpr/wv  ßaaiXeösf  zai  djg
IstXvjvdg  xspl  ro  Bipp.iov  dpog  Midov  ßaaiXsOovzog  öy 9  ot  zai  rd
ici'jrjc  ojZst  xoluav^rpo}~dzazov  dv  zai  o-ojj  avzto  ypvodg  iyivezo  zai  ra  gig
zporpry  7rapaTt5s'pLcva  arravra.
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  LX.  Bd.,  II.  Hft.  24
            
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