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Ficker
sich weiter der bisher wenig beachtete Bericht eines etwas jüngern
Schriftstellers, des Tolosanus in der Chronik von Faenza (Mittarelli
Accessiones Faventinae 61), aufs engste an: Viris ergo religiosis
inter ipsum et Lombardos de concordia tractantibus et pacis
tenore cum reverentiis et servitiis redactis in scriptis, civitatum
rectores ad eum e.v ems mandato venerunt, ei reverentiam omnem
ut clementissimo fideles domino devotissime facientes, qui genibus
flexis et collis illaqueatis ante snos humiles procubuere pedes, conversis
gladiis capulos tribuere tenendos et sibi pars etisis tuta
relicta fuit - tune ex imperiali dignitate, quae de fonte nascitur
pietatis, omnem offensam omnemque rancorem dominus Imperator
cunctis remisit Lombardis. Wollten wir auch betonen, dass da
überall Parteilichkeit gegen die Lombarden anzunehmen ist, so
könnte das doch schwerlich erklären, dass eine Reihe ausser allem
Zusammenhänge stehender Quellen wesentlich übereinstimmend über
die Thatsachen berichtet. Übrigens fehlt es uns wenigstens für die
Thatsache der Unterwerfung selbst auch nicht an anderen, in jener
Richtung unverdächtigen Zeugnissen. So sagt Sikard von Cremona:
cos redditis gladiis subiugavit et in deditionem imperio dignam
recepit (Muratori Seriptores 7, 601); und nach dem besonders beachtenswerfhen
Zeugnisse des Romuald von Salerno ging der Vertrag
dahin, ut Lombardi, dimissis armis, imperatoris tamquam
domini suigratiam humiliter postidarent. Die Thatsache der Unterwerfung,
wenn auch in möglichst abschwächender Darstellung, blickt
selbst in der überaus parteiischen Vita Alexandri noch durch: Post
haec Lombardi ad Fredericum reverenter accesserunt et honoraverunt
eum, a quo ipsi benigne recepti et honorati sunt.
Dass die Lombarden sich dazu verstanden, scheint doch darauf
zu deuten, dass bei ihnen das Bedürfniss nach Frieden das grössere
war. Und allerdings war die ganze Lage der Dinge, so weit wir dieselbe
übersehen können, trotz der Misserfolge des Kaisers vor Alessandria,
dem Bunde damals wenig günstig. Das Erscheinen des
Kaisers mit einem Heere in Italien hatte genügt, um die Städte und
Grossen, welche dem Bunde nur nothgedrungen heigetreten waren,
zum Abfälle zu bringen. Seit das mächtige Asti sich ohne Widerstand
unterworfen hatte, war ganz Piemont in der Gewalt des Kaisers;
bot damals doch sogar, nach dem Berichte Gottfrids von
Viterbo, auch Alessandria seine Unterwerfung an, deren Nichtannahme