Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Zur  Geschichte  des  Loinbardenbundes.

311

jede  Restitution  im  Machtgebiete  der  Cremoneser  verzichtete,  war
die  Gründung  des  zunächst  unter  Führung  Cremona’s  stehenden
Bundes  überhaupt  ermöglicht  worden,  wie  sich  das  jetzt  insbesondere ­
  aus  den  von  Vignati  neu  veröffentlichten  Urkunden  ergibt.  Auch
jetzt  hat  Cremona  nicht  darauf  vergessen.  Im  Vorschläge  des  Bundes ­
  findet  sich  nur  eine  ganz  allgemeine  Hindeutung;  es  heisst,  dass
die  Städte  ihre  Befestigungen  behalten  und  neue  errichten  dürfen,
salvis  conventionibus  et  concordiis  Cremone  et  aliarum  civitaturrl
et  personaruni  et  locorum  inter  se  factis.  Im  Laudum  (•§.  IX)  ist
der  Artikel  wörtlich  wiederholt,  aber  noch  zugefügt:  et  nominatim
salvis  conventionibus  et  pactis  de  Crema  non  restauranda  et  de
munitionibus  et  castris  inter  Oleum  et  Aduam  non  faciendis,  sicuti
  continetur  sine  fraude  in  privilegiis  et  cartis  Cremonensium
et  a  civitatibus  et  ab  imperatore  sibi  factis.  Heisst  es  weiter  im
Vorschläge  des  Bundes,  dass  der  Kaiser  den  Städten  alle  früheren
Besitzungen  zurückstellen  soll,  cassatis  omnibus  privilegiis  et  cartis
et  datis  et  investituris  in  aliquam  civitatem  vel  locum  seu  personam
  de  bis  collatis,  so  finden  wir  da  wieder  im  Laudum  den  Zusatz: ­
  salvis  datis  et  privilegiis  et  cartis  communis  Cremone  de
Crema  factis.  (§.  XI.)  Wenn  es  auch  möglich  bleibt,  dass  Cremona
anderweitig  die  Aufnahme  dieser  Bestimmungen  zu  erwirken  wusste,
so  erklärt  sich  dieselbe  doch  gewiss  am  leichtesten  durch  die  Annahme, ­
  Cremona  selbst  habe  den  Schiedsspruch  gefällt.
Dafür  haben  wir  aber  noch  ein  ausdrückliches  Zeugniss.  Nach
dem  Berichte  des  Romuald  von  Salerno  (Mon.  Germaniae  19,  446)
erboten  sich  1177  die  Lombarden,  dem  Kaiser  zu  leisten,  was  seinen
drei  letzten  Vorgängern  geleistet  wurde:  Quod  si  hoc  imperatori
grave  residet  et  vuletur,  pacem,  que  inter  nos  et  eum  per  Cremonenses
  tractata  fuit  et  in  scriptis  redacta,  volumus  firmiter  observare.
  Es  wird  dann  weiter  die  Scriplura  de  tractatu  pacis  habita
et  per  Cremonenses  Lombardis  aliis  delegata  vorgelegt  und  bei
einem  über  Auslegung  und  Inhalt  derselben  entstehenden  Streite  von
den  Lombarden  das  Zeugniss  Cremonas  angerufen.  Wir  haben  also
hier  einmal  ein,  noeh  immerhin  erwünschtes  Zeugniss  dafür,  dass  es
überhaupt  zum  Schiedssprüche  gekommen,  dann,  dass  dieser  von
Cremona  gefällt  war.
Glaube  ich  damit  meine  Behauptung  genügend  begründet  zu
haben,  dass  wir  in  der  angeblichen  Petitio  des  Bundes  vomJahre  1183
21°
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.