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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Ein  Ausflug-  nach  Gottschee.

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Bei  den  Siebenbürger  Sachsen  ist  Montag  der  Hochzeittag  in
Neustadt,  Grosslasslen  etc.  S.  die  treffliche  Schrift  von  J.  Mätz:  Die
siebenbürgisch-säehsische  Bauernhochzeit.  Programm  von  Schäsburg
1860  S.  39  f.  Das  Sträußchenbinden  findet  am  Vorabende
^tatt.  S.  47.  Der  „Urlaub“  der  Braut  daselbst,  ein  wunderbar  schönes
Volkslied  S.  48  f.
Valvasor  VI  S.  300  f.  erzählt:  Wenn  nach  der  Trauung  in  der
Kirche  die  Braut  „allbereit  zu  Pferde  sitzt,  so  reicht  man  ihr  ein
Vierteil  Weines.  Davon  bringt  sie  ihrem  Bräutigam  Eines  zu.  Nachdem ­
  sie  aber  einen  Trunk  gethan,  wirft  sie  den  Krug  sammt  dem
Weine  hinterwärts  über  ihren  Kopf  und  reitet  alsdann  fort.“  —
„Wenn  sie  in's  Bräutigams  Haus  dann  kommt,  so  gibt  ihr  des  Hochzeiters ­
  Mutter  einen  Trunk  in  einem  Kruge  und  wirft  einen  Ducaten
©
in  Gold  darein.“
Auf  dem  Wege  nach  des  Bräutigams  Haus  wird  noch  an  manchen
Orten  Brot  ausgeworfen.  Vor  dem  Hause  des  Bräutigams  finden  Verhandlungen ­
  statt.  Die  Braut  wird  nicht  eingelassen,  bevor  sie  Bedingungen ­
  eingeht,  die  ihr  in  scherzhafter  Weise  einer  der  Junggesellen ­
  feierlich  zu  stellen  hat.
Auch  im  ungrischen  Berglande  bei  den  Krickerhäuern  findet  die
Braut  des  Bräutigams  Thüre  verschlossen.  Ein  darauf  Bezug  habendes
Lied  s.  mein  Wtb.  S.  123.
In  des  Hochzeiters  (Bräutigams)  Haus  findet  unter  Musik  der
gaigarc  der  Hochzeitschmaus  statt.
So  wie  in  Schlesien  und  im  ungr.  Berglande  der  Lustigmacher
bei  den  Hochzeiten  mit  einem  slavischen  Namen  bezeichnet  wird
(druschmann,  truschbc  s.  mein  Wtb.  46.  Weinh.  16),  so  führt  auch
in  Goltschee  der  Lustigmacher  einen  slovenischen  Titel,  er  heisst
staraschiner  (sl.  starasina  der  Alteste),  wie  wir  aus  folgendem  Liede
ersehen:
Gaigerlied  beim  Schmause.
Der  staraschiner  hewet  ün  ze  hetzen  ’s  messer,
Der  Staraschiner  hebt  an  zu  wetzen’s  Messer,
ar  moint,  der  gaigar  bert  niscb  besser!
er  meint,  der  Geiger  wird  nicht  besser,
hasch  hasch  hasch!  hops  hops  hops!
etc.
            
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