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S c h r ö e r
(Mitterndorf.)
Wenn der Bräutigam die Braut zur Kirche abholen kommt, singt
sie unter vielen Thränen das Abschiedslied. Da ehedem in Gottsehee,
wegen Unwegsamkeit des Landes, Wägen nicht im Gebrauch waren,
kam der Bräutigam mit seinen tscliellen (Gesellen) zu Ross und die
Braut schwang sich zu ihm auf das Pferd, wie auch aus dem nachfolgenden
Liede ersichtlich ist.
Abschied der Braut.
(Steht schon, weniger vollständig, bei Elze S. 29.)
So peliüet eu gott, muetar lieheu main.
So bekiile euch Gott, liebe Mutter mein!
ih sich eu heunt unt niemermer!
ich seh euch heute und nimmer mehr!
Won eu bil ih schean urlop uäm.
von Euch will ich schön Urlaub nehmen.
So lät mih, mueter, in kargte (kaultar) gean
So lasst mich, Mutier, in Kasten gehn,
ih hält wergassen maiue piswäabn schueeh!
ich habe vergessen meine buutfarben Schuhe.
„In main dan karsten bergt du niemermer!“
ln meinen Kasten kömmst du nimmer!
So lät mih, mueter, in kargten gean
So lasst mich, Mutter, in Kasten gehn,
ih han wergassen maine strumpfpanllain!
ich habe vergessen meine Strumpfbänder,
heuer hent geu maine strunvpfpantlain,
heuer sind sie meine Strumpfbänder,
in's jur bernt seu maine biegenpautlaiu!
aufs Jahr werden sie meine Wiegenbänder.
„In main den karsten bergt du niemermer!“
In meinen Kasten kömmst du uieht mehr!
Wenn sie aufsitzt, singen die Andern:
Seu ist aufgegassen, geu hat gegnupfaizet!
Sie ist aufgesessen, sie hat geschluchzt!
geu igt aliin geritten, geu hat gejuehaizet!
sie ist hingerilten, sie hat gejauchzt! —