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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 60. Band, (Jahrgang 1868)

Ein  Ausflug  nach  Gottschee.

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zur  Sommerszeit,  wenn  die  mander  daheim  sind,  die  meisten
Hochzeiten  stattiinden,  sah  ich  1867  während  meines  Aufenthaltes ­
  in  Gottschee  viele  Hochzeitaufzüge.  Nur  einmal  stand
ein  kranzloses  Paar  am  Altäre;  ein  Knecht  und  eine  Magd.  Es
waren  Siovenen.  Während  des  Kranzbindens  wird  nun  folgendes
Lied  gesungen,  in  welchem  die  Gespielen  naiv  und  wenn  auch
halb  neckend,  doch  nicht  ohne  Zusatz  von  Wehmut,  das  bevorstehende ­
  Ereignis  besingen.
Lied  beim  Kranzbinden.
1.  's  i§t  heunt  a  junkfrau  wrölich  gebannen,
Es  ist  heute  eine  Jungfrau  frölich  gewesen,
wrölich  bert  jie  niemermer!
frölich  wird  sie  nimmermehr!
Wrölich  kän  $ie  noch  §ainen,
Frölich  kann  sie  wol  noch  werden,
aber  junkfrau  bert  .sie  niemermer!
aber  Jungfrau  nimmermehr!
2.  ’s  hat  heunt  a  junkfrau  pöschlain  geroichet'),
Es  hat  heute  eine  Jungfrau  Sträusslein  gereichet,
roichen  bert  §ie  niemermer!
reichen  wird  sie  nimmermehr!
Roichen  kän  §ie  noch  ahörtre,
Reichen  kann  sie  noch  einmal,
aber  junkfrau  bert  $ie  niemermer!
aber  Jungfrau  wird  sie  nimmermehr.
3.  's  hat  heunt  a  junkfrau  kranzlain  gepunten,
es  hat  heute  eine  Jungfrau  Kränzlein  gebunden,
pinten  bert  §ie  niemermer!
binden  wird  sie  nicht  mehr!
pinten  kän  sie  noch  a  hörtre,
binden  kann  sie  noch  einmal,
aber  junkfrau  bert  jie  niemermer.
aber  Jungfrau  wird  sie  nimmer  mehr  (sein).

f)  Die  Braut  hat  nämlich  jedem  der  Junggesellen,  die  damit  zur  Hochzeit  geladen
sind,  einen  Strauss  von  gemachten  Blumen  zu  reichen.
            
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